Mittal zu Gesprächen über Management bereit
Breton macht sich um Arcelor größte Sorgen

Während der weltgrößte Stahlkonzern Mittal versucht, die Sorgen der Europäer um Arbeitsplätze zu zerstreuen, rechnet Arcelor-Chef Guy Dolle nach dem feindlichen Übernahmevorstoß mit einem monatelangen Kampf.

HB PARIS. Mittal ist beim Übernahmeangebot für den Konkurrenten zu Gesprächen in Managementfragen bereit, will aber sein Gebot nicht ändern. „Wir sind offen für Gespräche mit Arcelor über die Struktur des Managements und wir sind offen für Gespräche über unabhängige Direktoren, aber wir werden unsere Offerte nicht ändern“, sagte Konzern-Chef Lakshmi Mittal am Montag vor Journalisten in Paris. Er werde das Übernahmeangebot im Laufe der Woche auch mit dem zuständigen EU-Kommissar besprechen.

Der Stahl-Weltmarktführer hat zuvor die europäischen Sorgen um Arbeitsplätze bei der von ihm angestrebten Übernahme der luxemburgischen Arcelor-Gruppe zu zerstreuen versucht. Mittal Steel kaufe nicht Fabriken, „um sie dann zu schließen“, sagte Mittal. „Wir sind ein europäisches Unternehmen“, betonte er, und eine Fusion sei ein guter Weg, europäische Arbeitsplätze zu sichern.

Der französische Wirtschaftsminister Thierry Breton äußerte dagegen „größte Sorge“ um den europäischen Stahlriesen Arcelor. Lakshmi Mittal habe im Gespräch mit ihm „keinerlei industrielles Projekt auf den Tisch gelegt“, sagte Breton. „Es gibt also zum jetzigen Zeitpunkt keine Informationen, wir können also nur unsere größte Sorge wiederholen“, äußerte Breton.

Abwehr der Übernahme vorbereitet

Arcelor-Chef Guy Dollé sagte unterdessen in einem Interview, Arcelor habe sich seit Frühling vergangenen Jahres auf die Abwehr einer feindlichen Übernahme vorbereitet. Die Auseinandersetzung werde wahrscheinlich mindestens vier bis sechs Monate dauern. „Wir haben seit fast einem Jahr gewusst, dass (Mittal) an uns interessiert ist, also haben wir im vergangenen Frühling ein System vorbereitet - mit Banken, mit PR-Firmen, mit unseren eigenen Abteilungen -, um für diesen Fall gerüstet zu sein“, erklärte Dollé.

Der luxemburgische Stahlkonzern verweigert zudem jeglichen Kontakt zu dem Konkurrenten. Der Übernahmeversuch sei „undurchsichtig, Werte zerstörend und bedrohe die Beschäftigten“. Nach Dollés Worten entscheiden „am Ende unsere Aktionäre“ und nicht die Politik. „Unsere Pflicht ist es, die Politiker über die Risiken der Operation zu informieren“, sagte Dollé, „wir erwarten nicht von der Politik die Renationalisierung der Stahlindustrie“.

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