Mittel könnte ab 2005 auf den Markt kommen
Boehringer beantragt Zulassung für Aids-Medikament

Boehringer Ingelheim hat für sein neues Medikament Tipranavir in den USA und Europa die Zulassung beantragt.

HB FRANKFURT. Boehringer Ingelheim habe dabei bei der US-Gesundheitsbehörde FDA sowie der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA jeweils um ein beschleunigtes Verfahren gebeten, teilte das Unternehmen am Montag am Firmensitz in Ingelheim mit. Sollte dieses genehmigt werden könnte das Medikament schon gegen Mitte 2005 auf den Markt kommen. Zulassungsbehörden gewähren üblicherweise solchen Medikamenten eine beschleunigte Prüfung, die für die Behandlung von lebensbedrohlichen Krankheiten Fortschritte in Aussicht stellen.

„Der Antrag für Tipranavir bringt uns einen Schritt näher daran, eine wirksame Behandlung anzubieten, wenn der HI-Virus schon eine Resistenz gegenüber den meisten kommerziell verfügbaren Protease-Hemmern entwickelt hat“, kommentierte der Forschungsvorstand des Konzerns, Andreas Barner. Tipranavir gehört zu einer Untergruppe der sogenannten Protease-Hemmer. Mögliche Konkurrenzprodukte für das Mitel sind etwa Kaletra der US-Firma Abbott Laboratories, Invirase des Schweizer Roche-Konzerns aber auch Medikamente der britischen Glaxo-Smith-Kline.

Zwischendaten gibt es Ende Oktober

Die Aids-Arznei befindet sich zur Zeit in der klinischen Phase III der Überprüfung am Menschen, wie der Pharmakonzern mitteilte. Bei diesen Phase-III-Studien wird das Mittel an einer großen Anzahl von Patienten das Mittel auf Verträglichkeit, Wirksamkeit und Sicherheit getestet. Laut dem Unternehmen basieren die Anträge bei der EMEA und bei der FDA auf Daten von zwei klinischen Studien, Resist-1 und Resist-2. Zwischendaten der Resist-1-Studie will der Konzern am 31. Oktober auf einem Medizinkongress in Washington vorstellen.

Boehringer Ingelheim, für das 1885 Albert Boehringer mit einer Chemiefabrik in Nieder-Ingelheim den Grundstein legte, ist derzeit im Besitz von weniger als 20 Nachfahren der Gründerfamilie. Die Nummer Eins der deutschen Pharmabranche ist unter anderem in den Gebieten Atemwegsmedikamente, Urologie, Kardiologie, Aids und Zentrales Nervensystem tätig.

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