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Mittelständische Struktur: Süßwarenhersteller entgehen Übernahmewelle

Eine neue Studie belegt: Deutsche Süßwarenhersteller sind aufgrund ihrer mittelständischen Struktur ausreichend vor überraschenden Übernahmen geschützt. So befinden sich die meisten namhaften deutschen Süßwarenproduzenten nach wie vor fest in der Hand von Eigentümerfamilien – und die denken nicht daran zu verkaufen.

Bleiben wohl in deutscher Hand: Gummibärchen von Haribo. Foto: dpa Quelle: dpa
Bleiben wohl in deutscher Hand: Gummibärchen von Haribo. Foto: dpa Quelle: dpa

KÖLN. „Die meisten deutschen Produzenten und ihre Marken sind für die Größenordnungen, in denen die globalen Süßwarenriesen denken, schlicht zu klein“, sagt Martin Tschochner von Rölfs Partner. Die Düsseldorfer Unternehmensberatung hat in einer neuen Studie gemeinsam mit dem Handelsblatt den Konzentrationsprozess in der deutschen Ernährungsindustrie untersucht.

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Vor fast einem Jahr hatte die Übernahme des US-Kaugummiherstellers Wrigley durch den Schokoriegelproduzenten Mars, der sich damit auf Rang eins des internationalen Branchenrankings katapultierte, für großes Aufsehen in der Süßwarenindustrie gesorgt. Einige Branchenvertreter befürchteten, nun könne eine große Übernahmelawine auf die ganze Industrie zurollen. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Die meisten namhaften deutschen Süßwarenproduzenten wie Bahlsen, Ritter oder Haribo befinden sich nach wie vor fest in der Hand von Eigentümerfamilien – und die denken nicht daran zu verkaufen: Die Geschäfte laufen seit Jahren gut und haben schon manche Krise unbeschadet überstanden.

So hat sich der Kekshersteller Griesson-de-Beukelaer vor zwei Jahren sogar gänzlich von fremdem Einfluss befreit. Heinz Gries, zu diesem Zeitpunkt bereits Mehrheitseigentümer des Unternehmens, übernahm 2007 auch noch die restlichen 40 Prozent, die bis dato der französische Nahrungsmittelmulti Danone besaß. „Wir halten an der Struktur des Familienunternehmens auch weiterhin fest, weil wir unabhängig bleiben wollen“, sagte Gries dem Handelsblatt.

Im vergangenen Jahr stieg der Jahresumsatz der Firma um fast 15 Prozent auf rund 480 Mio. Euro, während die Branche insgesamt Waren im Wert 12,5 Mrd. Euro (plus 6,2 Prozent) produzierte. Tragende Säule war dabei der Export, der um etwa zehn Prozent zulegte. Wichtigste Plattform für die Ausfuhren ist die Internationale Süßwarenmesse, die am Sonntag in Köln ihre Pforten öffnet.

Die deutschen Süßwarenhersteller sind zwar relativ klein. In ihren Geschäftsfeldern sind sie aber häufig gut aufgestellt, wie die Studie mit dem Titel „Fressen und gefressen werden“ belegt. Der stark fragmentierte Gesamtmarkt, der sich in die Kategorien Schokoladenwaren, Zuckerwaren, Feingebäck und Knabberartikel gliedert, wird in den einzelnen Segmenten jeweils von wenigen starken Herstellern dominiert. So sind einige Bereiche fast vollständig in der Hand weniger heimischer Produzenten, wie beispielsweise Schaumzuckerwaren (Grabower Süsswaren, Storck) oder Fruchtgummis (Haribo, Katjes, Mederer).

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