Mittelstand als Übernahmeziel

General Electric greift Siemens in Deutschland an

Der US-Traditionskonzern General Electric hakt die Krise ab und will wieder auf Einkaufstour gehen. Um das industrielle Kerngeschäft zu stärken, sucht der Siemens-Rivale auch hierzulande nach interessanten Firmen. Dabei ist Deutschland für GE traditionell ein Markt, der sehr schwer zu erobern ist. Wie der Konzern seine Position ausbauen will.
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Turbine von General Electric: Experten glauben, dass sich der Konzern speziell im Bereich Luftfahrt umschaut. Quelle: ap

Turbine von General Electric: Experten glauben, dass sich der Konzern speziell im Bereich Luftfahrt umschaut.

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MÜNCHEN. Sparen war gestern, der Siemens-Konkurrent General Electric (GE) bereitet die nächste Offensive vor: Bis zu 30 Mrd. Dollar wollen die Amerikaner in den kommenden drei Jahren für Akquisitionen ausgeben. Die Chancen stehen gut, dass ein Teil davon in die Bundesrepublik fließt. "Deutschland ist für uns ein Wachstumsmarkt, hier wollen wir aus eigener Kraft zulegen, aber auch durch Übernahmen", sagte GE-Deutschland-Chef Georg Knoth dem Handelsblatt.

Schon in den vergangenen Jahren hat GE in Deutschland kräftig zugekauft, insbesondere in der Finanzsparte. Zuletzt haben die Amerikaner im Sommer das deutsche Factoringgeschäft der Royal Bank of Scotland übernommen.

Wegen der Wirtschaftsflaute hat sich der Mischkonzern zuletzt aber mit Akquisitionen sehr zurückgehalten. Doch das soll sich nun wieder ändern: "Unser Ziel ist, die bestehenden Bereiche zu ergänzen und neue Märkte zu erschließen", unterstrich Knoth.

Vor allem das industrielle Kerngeschäft soll jetzt verstärkt werden. GE stellt unzählige technische Produkte her: von Windrädern über Lokomotiven und Gasturbinen bis zu Flugzeugtriebwerken und Medizintechnik. In Amerika verkauft die Firma nach wie vor auch Kühlschränke und Glühbirnen.

Auf fast allen wichtigen Feldern seien in Deutschland interessante Firmen zu finden, betonte Knoth, ohne Details zu Kaufkandidaten zu nennen. Es gebe gerade im Mittelstand viele attraktive Ziele. Nur eins sei klar: Feindliche Übernahmen kämen nicht infrage.

Finanzsparte kräftig gestutzt

Es hat seinen Grund, dass sich der Mischkonzern vom Sparkurs der vergangenen zwei Jahre verabschiedet. Im zweiten Quartal hat GE zum ersten Mal seit Ausbruch der Wirtschaftskrise wieder mehr verdient. Insgesamt betrug der Nettogewinn gut drei Mrd. Dollar - 14 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Wenn es nach Vorstandschef Jeffrey Immelt geht, wird sich der positive Trend fortsetzen: "Wir erwarten, dass Gewinne und Dividenden 2011 und darüber hinaus zulegen." Der Umsatz ist im zweiten Quartal allerdings um vier Prozent auf 37,4 Mrd. Dollar gefallen.

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