Mittelstreckenjet A320 Airbus will Produktion in China ausbauen

Airbus verkauft viele Flugzeuge nach China. Anlässlich des Staatsbesuchs von Frankreichs Präsident Macron wird nun das Hochfahren der lokalen Produktion angekündigt. Neue Bestellungen gibt gibt es zunächst nicht.
Update: 09.01.2018 - 15:26 Uhr Kommentieren
Statt der bisherigen vier Maschinen sollen künftig monatlich sechs neue Flugzeuge der A320-Reihe das Werk verlassen. Quelle: dpa
Airbus-Fertigung in Tianjin

Statt der bisherigen vier Maschinen sollen künftig monatlich sechs neue Flugzeuge der A320-Reihe das Werk verlassen.

(Foto: dpa)

PekingAirbus stellt künftig mehr Mittelstreckenjets in China her und zeigt damit auf seinem wichtigen Absatzmarkt Flagge. Statt der bisherigen vier Maschinen sollen von Anfang 2019 an monatlich fünf neue Flugzeuge der A320-Reihe das Werk im chinesischen Tianjin verlassen. Ab Anfang 2020 sollen es dann sechs Maschinen pro Monat sein, teilte der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern am Dienstag in Toulouse mit.

Der Chef der Verkehrsflugzeug-Sparte, Fabrice Brégier, war mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Staatsbesuch nach China gereist. Zuvor waren in Medien Hoffnungen auf neue Flugzeugaufträge geschürt worden, die aber sich zunächst nicht erfüllten. Macron sprach bei einer Pressekonferenz in Peking mit Blick auf den Luftfahrtsektor allgemein von einer „Bestätigung von Mengen“, ging dabei aber nicht ins Detail.

Die A320-Reihe und die modernisierte Version A320neo sind die absatzstärkste Modellfamilie von Airbus. Weltweit will der Hersteller die Produktion der Jets wegen der starken Nachfrage bis Mitte 2019 auf 60 Maschinen pro Monat hochfahren. Der Flugzeugbauer stellt die A320-Flieger in seinen Fabriken in Toulouse, Hamburg, Tianjin und in Mobile in den USA her. Die Chinesen sind in dieser Flugzeugklasse auch mit einem eigenen Jet am Start, dem Modell C919, das im Mai 2017 seinen Erstflug hatte. Bis China auf Augenhöhe mit den Wettbewerbern fliegen kann, ist es nach Ansicht von Luftfahrtexperten aber noch ein weiter Weg.

Im Beisein von Macron und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping wurde eine Absichtserklärung über eine verstärkte industrielle Zusammenarbeit in Tianjin unterschrieben, wie Airbus mitteilte.

Vor dem Macron-Besuch in Peking hatte es hohe Erwartungen gegeben. Die Tageszeitung „Le Figaro“ schrieb unter Berufung auf eine ungenannte Airbus-Quelle, dass es eine Bestellung für 50 bis 100 Flugzeuge geben könnte.

Der Airbus-Frachter der Superlative
Der Beluga XL
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Die fertige Hülle des Beluga XL verließ diesen Monat den Montage-Hangar in Toulouse, Frankreich. Der neue Super-Transporter von Airbus ist nach Angaben des Flugzeugbauers eines der größten existierenden Flugzeuge überhaupt. Zur Einschätzung der Dimensionen: Der Transporter wäre in der Lage, in seinem Frachtraum gleichzeitig zwei Jets vom Typ A350 XWB zu transportieren.

Flugzeug für den Flugzeug-Transport
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Airbus plant eine ganze Flotte von Beluga XL in Dienst zu stellen. Die Transportflugzeuge sollen genutzt werden, um komplette Flugzeugteile von verschiedenen Airbus-Standorten in Europa zu den finalen Fertigungsstrecken in Frankreich, Deutschland und Spanien zu transportieren. Seine ersten Testflüge soll dieser Beluga XL nach Installation der Jet-Turbinen bereits 2018 absolvieren.

Ein A330 als Basis
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Basis für den Beluga XL ist ein anderes Airbus-Großraumflugzeug: Der A330-200. „Wir haben den A330 als Ausgangsmodell“, erklärt dazu Bertrand George, Kopf des Beluga-XL-Programms in einer Pressemitteilung. „Aber wir haben erfolgreich eine Menge Änderungen entwickelt, in das Flugzeug implementiert und getestet. Ein bereits existierendes Produkt in einen Super-Transporter umzubauen ist keine einfache Aufgabe.“

Labortests stehen an
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Erst muss der Beluga XL aber noch auf den Prüfstand. Die Systemtests finden im Flugsimulator und im Labor statt – neben Toulouse wird auch in Hamburg getestet. Unterdessen steht im Hangar in Toulouse bereits das zweite, noch im Bau befindliche Modell des Beluga XL.

Der Nächste, bitte!
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Denn während der erste Beluga XL nun in die Testphase überwechselt, hat bereits der Umbau eines zweiten A330 Jets begonnen. Fünf der Transporter will Airbus in den Dienst stellen und damit seine gestiegenen Kapazitätsanforderungen abdecken.

Höher, breiter, tragfähiger
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Die Pläne für das Beluga-XL-Programm stammen aus dem Jahr 2014. Das Flugzeug ist sechs Meter länger, einen Meter breiter und besitzt eine um sechs Tonnen höhere Nutztraglast als das Vorgängermodell Beluga ST, dass der XL ersetzen soll.

Airbus Beluga
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Der Airbus A300-600ST hat eine außergewöhnliche Silhouette, die an einen Wal erinnert. So erklärt sich der Spitzname des Supertransporters: „Beluga“.

Zuvor hatten Bloomberg und die „Financial Times“ berichtet, dass Airbus China auch an der Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 beteiligen wolle. Im Gegenzug solle China eine größere Zahl A380 ordern. Der Flieger verkaufte sich in den vergangenen Jahren kaum noch. Bloomberg zitierte am Dienstag einen französischen Politiker aus dem Umfeld des Präsidenten mit der Aussage, der A380-Deal mit China sei noch nicht unterschriftsreif.

Erst im vergangenen Juli hatten Airbus und die China Aviation Supplies Holding Company (CAS) in Berlin einen Rahmenvertrag für die Lieferung von 140 Flugzeugen nach China in den nächsten Jahren abgeschlossen. Dieser Vertrag hat einen Umfang von 22,8 Milliarden Dollar (rund 19,1 Milliarden Euro). Airbus liefert rund ein Viertel seiner Verkehrflugzeuge nach China aus.

Im September vergangenen Jahres hatte Airbus hat sein neues Auslieferungszentrum in Tianjin eröffnet. In dem Werk mit der Endmontage der A320 werden seitdem auch A330 lackiert, ausgestattet, getestet und ausgeliefert.

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