Mitten in der Rezession
Russische Unternehmen müssen Milliarden umschulden

Auf die russischen Unternehmen kommt in diesem Jahr eine neue, schwierige Aufgabe zu. Ein Schuldenberg in Milliarden-Höhe muss abgetragen oder neu finanziert werden.

MOSKAU. Allein gegenüber ausländischen Banken stehen rund 130 Mrd. Dollar an Fälligkeiten an, die bis Jahresende beglichen werden müssen. Dazu kommen noch die Verbindlichkeiten gegenüber einheimischen Banken. "Viele Unternehmen kümmern sich aber nicht um das Problem", bemängelt John Hammond, Chef der Großkanzlei CMS in Russland. Die Firmen säßen wie die "Hasen vor dem Scheinwerfer" und hofften, die Katastrophe rausche an ihnen vorbei.

Das hat inzwischen auch Finanzminister Alexej Kudrin erkannt, der vor einer Welle fauler Kredite warnt, die auf die russischen Banken zurollt: "Viele Unternehmen warten bis zur letzten Minute, in der Hoffnung, dass der Markt sich wieder erholt." Das sei eine Strategie, die nicht aufgehe.

Erfahrungen mit einer vergleichbaren Situation liegen schon einige Zeit zurück - sie stammen aus der Russland-Krise vor zehn Jahren. Damals hatten es die russischen Firmen aber nicht mit einer Weltwirtschaftskrise zu tun, sondern mit einer nationalen. CMS-Russland-Chef Hammond beobachtet, dass einige Unternehmen nun offenbar "Veteranen" der Krise in den Neunzigern reaktivieren, um auf deren Kenntnisse zurückzugreifen.

Nach Ansicht von Hammond haben die staatlichen russischen Großbanken wie die Sberbank, die VTB oder die Gazprombank aber noch nicht die Erfahrung, um komplizierte Verschuldungsfragen zu gestalten: "Die warten oft bis zum Kreditausfall ab." Die ausländischen Kreditinstitute dagegen drängten meist auf eine mittelfristige Umstrukturierung der Firmenschulden - vor allem weil sie fürchten, im Zuge einer Insolvenz leer auszugehen oder nur einen geringen Teil der ausstehenden Summen zu erhalten.

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