Mobilfunk
Verwerfungen in der Handybranche

Die Gewichte auf dem Handy-Weltmarkt verschieben sich. Zwar dominiert Nokia nach wie vor das Geschäft mit Mobiltelefonen, doch die Konkurrenz hat Boden gut gemacht. Besonders der südkoreanische Hersteller Samsung macht den Finnen mit seinen erfolgreichen Smartphones zu schaffen. Nokia hat die Zeichen der Zeit bereits erkannt und konzentriert sich längst nicht mehr nur auf das Hardware-Geschäft.

DÜSSELDORF/STOCKHOLM. Überflieger Nokia verliert einen Teil seines Vorsprungs vor der Konkurrenz und muss im lukrativen Geschäft mit Smartphones kräftig Federn lassen. Zwar kamen die Finnen bereits 1996 mit ihrem ersten Smartphone, dem "Communicator", auf den Markt, doch der riesige Vorsprung Nokias bei diesen Alleskönnern ist mittlerweile deutlich geschrumpft. Auf Aufholjagd ist besonders der südkoreanische Hersteller Samsung. Bei Smartphones, eine Mischung aus Mini-PC und Handy, verdoppelte er im vierten Quartal vergangenen Jahres seinen Marktanteil auf fast 20 Prozent. Der Anteil aller Samsung-Handys stieg von rund 13 auf gut 18 Prozent.

Während der globale Handyabsatz in diesem Jahr um rund zehn Prozent schrumpfen wird, sagen nahezu alle Experten ein deutliches Wachstum des Marktes für Smartphones voraus: Das amerikanische Marktforschungsunternehmen iSupply etwa rechnet mit einem Plus von rund elf Prozent in diesem Jahr. Apple, dessen iPhone Vorbild für viele neue Geräte ist, soll unbestätigten Meldungen zufolge gerade seine Bestellungen bei chinesischen Herstellern verdoppelt haben.

Obwohl Nokia im lukrativen Smartphone-Segment Federn lassen musste und statt 51 Prozent vor einem Jahr nur noch rund 41 Prozent Marktanteil hat, gehen Experten dennoch davon aus, dass der Konzern die Nummer eins bleiben wird. "Auf dem globalen Markt sind sie unangefochten, weil sie ihr Geld fast ausschließlich mit den billigeren Geräten verdienen", sagt Greger Johansson vom Stockholmer Marktforscher Redeye.

Weiterer Grund für die starke Stellung ist die Strategie des Unternehmens, die sich von der der meisten anderen Hersteller unterscheidet: Die Finnen bauen nicht mehr nur Handys, sondern bieten auch entsprechende Dienste dafür an. In ihrem Online-Store Ovi stellen sie Anwendungen wie Reiseführer für Handys, Navigationssoftware oder Preisvergleiche für bestimmte Städte bereit. "Der Markt entwickelt sich immer stärker weg vom reinen Hardware-Geschäft in Richtung Dienstleistungen und Software", sagt Carolina Milanesi vom Marktforscher Gartner.

Telekom-Analyst Håkan Wranne von Swedbank Markets sieht in den Software-Läden eine Versicherung für die Zukunft: "Diese Stores, über die man sich Programme herunterladen kann, sind für die Kundenbindung ungemein wichtig", sagt er. Wenn Ovi im Mai ernsthaft an den Start geht, rechnet der Experte mit einem neuen Schub für den Branchenprimus. "Da Nokias Betriebssystem Symbian das mit Abstand am stärksten verbreitete ist, werden sich alle Software-Entwickler darauf stürzen", prophezeit Wranne.

Seite 1:

Verwerfungen in der Handybranche

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%