Mobivia übernimmt ATU: Häufige Chefwechsel brachten Unruhe

Mobivia übernimmt ATU
Franzosen wollen Werkstattkette wieder flott machen

Häufige Chefwechsel brachten Unruhe

Ein geplanter Börsengang zwei Jahre später scheiterte. Die geforderte Bewertung in Höhe von 1,3 Milliarden Euro wurde als zu hoch eingeschätzt. Die Mehrheitsanteile des Unternehmens wurden allerdings einige Wochen später zu einem Kaufpreis von 1,45 Milliarden Euro an den US-Finanzinvestor KKR veräußert. Zuvor noch mit 19 Prozent beteiligt, schied Peter Unger daraufhin vollständig als Anteilseigner aus dem Unternehmen aus.

Seitdem hat ATU mit Problemen zu kämpfen. Die Gründe sind vielfältig: Zum einen verpasste das Unternehmen den Einstieg ins digitale Geschäft, zum anderen erschwerten häufige Chefwechsel eine konsistente Strategie. Das Peter Unger Geschäft und Immobilien separat verkauft hatte, drückten darüber hinaus hohe Mieten auf die Rendite.

Ende 2013 entging ATU der drohenden Pleite. Die Investmentgesellschaft und der größte Gläubiger des Unternehmens, Centerbridge Partners, übernahmen den angeschlagenen Werkstattbetreiber. Es kam zu einem Schuldenschnitt. Goldman Sachs und der Fonds Babson Capital verzichteten als Anleihezeichner auf die Rückzahlung von 600 Millionen Euro und übernahmen dafür Firmenanteile. KKR schied nahezu vollständig aus dem Unternehmen aus und war nur noch mit drei Prozent beteiligt.

Trotzdem kam das Unternehmen in den vergangenen Jahren nicht zur Ruhe. Im Mai 2015 wurde Jörn Werner Vorsitzender der Geschäftsführung. Er löste damit Norbert Scheuch ab, der den Posten Anfang 2014 antrat und jetzt Chef bei Heckler&Koch ist. Ein halbes Jahr zuvor wurde der Sixt-Manager Hans-Norbert Topp noch in das Amt des CEOs bei ATU gehoben.

Mobivia will durch die Übernahme seine Marktstellung ausbauen. Künftig sollen mit dann knapp 2000 Werkstätten und mehr als 20.000 Mitarbeitern rund 2,7 Milliarden Euro Umsatz erzielt werden. „Die Transaktion ist ein wichtiger Meilenstein für die Mobivia Groupe, denn durch die Bündelung der Kräfte (...) stärken wir unsere führende Stellung in Europa“, erklärte Mobivia-Chef Olivier Mélis.

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