Mode
Alle surfen auf der grünen Welle

Modefirmen entdecken viel später als die Lebensmittelbranche den Reiz von Bio. Konzerne wie LVMH, H&M und Zara verwenden mehr und mehr Baumwolle aus ökologischen Anbau. Doch derzeit kommt mehr angebliche Bio-Ware auf den Markt, als weltweit auf den kontrollierten Anbauflächen produziert werden kann. Auch die Vielzahl an Gütesiegeln ist problematisch.

DÜSSELDORF. Für Bernard Arnault ist das Beste gerade gut genug. "Nur hochqualitativer Luxus kann in der Krise bestehen", sagt der Chef des französischen Konzerns LVMH, zu dem Topmarken wie Louis Vuitton, Kenzo und Donna Karan gehören. Um so mehr horcht die Branche auf, dass sich der Luxuskonzern an Edun beteiligt. Die US-Firma ist ein Label, das Kleidung aus Bio-Baumwolle herstellt und ethische Grundsätze beachtet.

Der Einstieg bei Edun, das U2-Sänger Bono mit seiner Frau einst gründete, markiert einen Wandel in der Modewelt. "Die Bedeutung der sogenannten grünen Mode wird immer wichtiger", beobachtet Thomas Rasch, Hauptgeschäftsführer von German Fashion, dem Verband der deutschen Textilindustrie. "Das Thema, früher etwas für grüne Spinner, wird nun salonfähig."

Bisher waren vor allem kleinere Modefirmen bereit, zum Beispiel Bio-Baumwolle zu verwenden, die ohne chemische Pestizide und künstliche Düngemittel auskommt. Inzwischen tummeln sich immer mehr große Anbieter wie der US-Handelsriese Walmart, die deutsche Textilkette C&A (siehe unten), der schwedische Filialist H&M und die spanische Bekleidungskette Zara in der einstigen Marktnische.

Die Modebranche hat das Thema Bio und Nachhaltigkeit entdeckt. Viele Jahre, nachdem Bio-Produkte längst die Welt der Reformhäuser verlassen haben und bei den Discountern zum festen Sortiment gehören.

Warum reagiert die Modebranche so spät? "Viele Hersteller haben diesen Trend in den vergangenen Jahren unterschätzt", sagt Modeexperte Philip Beil Principal bei Roland Berger. Aber die Kunden fragten wegen des steigenden Umweltbewusstseins und trotz der Wirtschaftskrise jetzt immer mehr danach, unter welchen Umständen Kleidung entstehe und transportiert werde, analysiert Beil.

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