Mode
Hoffnung auf Rettung von Escada wächst

Die Rettung des Luxusmodekonzerns Escada rückt näher: Viele Gläubiger haben die Unternehmensanleihe des Modekonzerns bereits umgetauscht. Um eine Insolvenz zu vermeiden, müssen 80 Prozent der Anleger zu diesem Schritt bereit sein. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hatte das Angebot abgelehnt.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Wie aus Bankenkreisen zu hören ist, haben bereits mehr Anleger als erwartet Interesse an dem Umtauschangebot für die 200 Mio. Euro schwere Anleihe des Unternehmens bekundet. Für genauere Zahlen sei es noch zu früh. Escada-Sprecher Frank Elsner wollte zum Zwischenstand keine Stellung nehmen: "Wir haben uns entschlossen, erst nach Ablauf der Umtauschfrist Ende Juli Zahlen zu nennen."

Am heutigen Dienstag ist Halbzeit der Frist. Investoren, die ihre Anleihen schon jetzt umtauschen, erhalten eine Barauszahlung von 25 Euro je Anleiheanteil von 1 000 Euro und stehen somit besser da als Anleger, die noch länger warten. Der Barausgleich als Frühzeichnerbonus gilt für deutsche Anleger bis heute Nachmittag.

Alle tauschwilligen Investoren bekommen für die mit 7,5 Prozent verzinste Anleihe, die in knapp drei Jahren fällig wird, zwei neue: Zum einen gibt es pro 1 000 Euro eine mit jährlich zehn Prozent verzinste Anleihe im Nennwert von 250 Euro, die in fünf Jahren ausläuft. Zum anderen gibt es 125 Euro in einer Anleihe, die in sieben Jahren fällig wird und 17,5 Prozent Zinsen pro Jahr bringt. Bei diesem Papier werden die Zinsen erst bei Fälligkeit plus Zinseszinsen ausgezahlt.

Die Frühzeichner bekommen also 40 Prozent ihres ursprünglich angelegten Geldes zurück. Anleger, die noch abwarten, müssen sich mit 37,5 Prozent ihres eingesetzten Kapitals zufrieden geben. Die Anleihe notierte zuletzt mit einem Nennwert von nur noch 23 Prozent. Deshalb erhalten Anleger, die tauschen, mehr Geld als Anleger, die den Bond jetzt über die Börse verkaufen. Zudem sind die neuen Zinspapiere mit Rechten an der Marke Escada und Anteilen an deren Tochtergesellschaften besichert.

Dass Investoren dem Konzern Anleiheschulden erlassen, ist für das Modeunternehmen unerlässlich: Escada kann die Insolvenz nur vermeiden, wenn 80 Prozent der Anleger bereit sind, ihre Anleihe umzutauschen. Vorstandschef Bruno Sälzer hat immer wieder betont, wie wichtig der Umtausch ist: "Nur wenn unsere Gläubiger auf einen Teil der 200 Mio. Euro verzichten, die 2012 fällig werden, können wir überleben." Nur dann stehen die Großaktionäre zur notwendigen Kapitalerhöhung von mindesten 29 Mio. Euro. Und nur dann geben die Banken dem traditionsreichen Modekonzern neue Kredite.

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