Modebranche
Escada prüft Antrag auf Staatshilfe

Der von der Insolvenz bedrohte Modekonzern Escada zieht neben einem umfangreichen Finanzierungsplan auch Staatshilfe in Betracht. "Wir prüfen alles, was möglich ist", sagte Escada-Chef Bruno Sälzer am Freitag am Firmensitz in Aschheim bei München.

HB MÜNCHEN. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Umwandlung einer Anleihe gelinge, mit der Escada seine Schulden verringern und die Insolvenz abwenden will. Nur wenn dieser Schritt erfolgreich ist, verfüge Escada über ausreichend Sicherheiten für staatliche Hilfen. Diese könnten somit frühestens im August nach dem Fristende für die Anleihe-Umwandlung beantragt werden.

Unterdessen ist die angeschlagene Firma mit der Sanierung ein erhebliches Stück weiter gekommen. Drei der insgesamt vier wichtigen Punkte des Sanierungsplans seien geschafft, sagte ein Sprecher . So lägen für die geplante Kapitalerhöhung im Volumen von 29 Millionen Euro Zusagen wichtiger Aktionäre vor. Neben einer Einigung mit den Steuerbehörden habe die Hypo-Vereinsbank zugesichert, eine Kreditlinie über 13 Mio. Euro aufrecht zu erhalten.

Nun steht noch der Umtausch einer bis 2012 laufenden Anleihe aus. Die Besitzer der 200 Mio. Euro schweren Anleihe sollen auf 60 Prozent ihrer Ansprüche verzichten. Das Angebot sieht vor, dass die Anleihegläubiger für 1000 Euro Nennbetrag einer Alt-Anleihe zwei neue Anleihen mit Nennbeträgen von 250 und 125 Euro erhalten.

Inklusive einer Barauszahlung von 25 Euro liegt der nominale Umtauschwert pro 1000 Euro Alt-Anleihe damit bei 400 Euro. Das Umtauschangebot sieht Mindestannahmequote von 80 Prozent vor. Die Frist für den Tausch läuft vom 29. Juni bis 31. Juli.

Um kurzfristig Geld in die Kasse zu bekommen, habe Escada Forderungen auf Erlöse aus einem Lizenzvertrag mit Konsumgüterkonzern Procter & Gamble für Parfums und Kosmetik verkauft. Eine erste Teilzahlung in Höhe von 15,5 Mio. Euro sei bereits erfolgt, weitere 1,5 Mio. Euro sollen in den nächsten Monaten fließen. Escada hatte in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres (bis Ende April) einen Verlust von 92 Millionen Euro zu verkraften.

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