Modebranche
Escada verwirrt die Anleger

Escada stemmt sich mit allen Mitteln gegen die Insolvenz. Der Luxusmodekonzern lässt nichts unversucht, die Anleger vom Umtausch einer 200 Millionen-Euro-Anleihe zu überzeugen.

DÜSSELDORF. Der Umtausch dieser Anleihe hat für Escada eine Schlüsselfunktion: Die Anleger würden damit auf 60 Prozent des ursprünglichen Anlagebetrages verzichten und so die Schuldenlast des Konzerns erheblich verringern. Nur dann, betont Vorstandschef Bruno Sälzer immer wieder, stimmen die Großaktionäre Wolfgang und Michael Herz der dringend benötigten Kapitalerhöhung um 29 Mio. Euro zu. Und nur dann sind die Banken bereit, über neue Kreditkonditionen zu verhandeln.

Mindestens 80 Prozent der Anleger müssten ihre Anleihe umtauschen. Bisher habe das Umtauschangebot eine Annahmequote von 37 Prozent erreicht, teilte Escada gestern mit.

Noch Anfang der Woche hatte ein Sprecher dem Handelsblatt gesagt, der Konzern werde erst nach Ablauf der Umtauschfrist Ende Juli entsprechende Zahlen nennen. Zwischenstände werde das Unternehmen aus Aschheim bei München nicht bekannt geben. Dabei muss Escada unter bestimmten Umständen trotzdem vor Ablauf der Frist Zahlen nennen. Das ist auf Seite 77 der Anleihe-Bedingungen nachzulesen. Demnach verpflichtet sich der Konzern zur Veröffentlichung des Zwischenstands, wenn mehr als die Hälfte der Gläubiger der Alt-Anleihe - bezogen auf den ausstehenden Nennbetrag von 200 Mio. Euro - das Umtauschangebot angenommen haben.

Denn dann entfällt das Widerrufsrecht der Gläubiger. Sie hätten in diesem Fall nicht mehr das Recht, ihren erteilten Umtauschauftrag jederzeit zu widerrufen. Das heißt: Wer danach umtauscht, kann von diesem Schritt nicht mehr zurücktreten. Viele Anleger warten daher möglichst lange, bis sie sich zu diesem Schritt entschließen. So können sie noch lange beobachten, wie sich der Markt verhält und alle bis dahin bekannten Informationen berücksichtigen.

Escada hat ein Interesse daran, möglichst viele Gläubiger zum Umtausch zu ermutigen.

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