Modehäuser: Armani bereitet seinen Abschied vor

Modehäuser
Armani bereitet seinen Abschied vor

Top-Designer Giorgio Armani, der Grandseigneur der italienischen Mode, hat erstmals öffentlich Verkaufsabsichten für sein Unternehmen signalisiert. Es dürfte eine Milliardentransaktion werden. Doch eine bestimmte Gruppe von Investoren hat nach Ansicht von Experten schlechte Karten.

MAILAND. Dass es der französische Kosmetikkonzern L’Oréal ist, der sich für das letzte noch von seinem Gründer geführte große italienische Modehaus interessiert, wollte Armani nicht bestätigen. „L’Oréal könnte ein Partner sein. Aber wenn jemand anders mehr bietet, kann auch der der Partner sein“, sagte er dem Handelsblatt am Montag lediglich bei der Eröffnung einer Armani-Ausstellung in Mailand. Aber er fügte hinzu: „Ich bin bereit, an den mit dem besten Angebot zu verkaufen.“ Experten schätzen den Wert von Armani auf fünf Mrd. Euro.

Bisher hatte sich der Chef-Designer, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzende stets einem Verkauf widersetzt. Dieser könnte aber nun die Zukunft der bekanntesten italienischen Modemarke sichern. Denn Giorgio Armani ist mittlerweile 72 Jahre alt und hat keine Kinder, die das Unternehmen übernehmen könnten.

In den vergangenen Monaten waren Spekulationen aufgekommen, Armani könnte doch in Familienhand bleiben. Denn die Nichte Roberta Armani, die als Designerin bei ihrem Onkel arbeitet, war auffällig häufig in den Medien präsent, und bei der Modenschau im Januar trat sie zum Schluss auf die Bühne. Aber mit den jüngsten Äußerungen des Designers scheint nun doch ein Verkauf wahrscheinlicher.

Nach Ansicht von Armando Branchini, dem Präsidenten der auf den Luxussektor spezialisierten Marketingberatung Intercorporate, wäre ein Zusammengehen von L’Oréal und Armani durchaus sinnvoll: „Es handelt sich um zwei exzellente Unternehmen, die gut zusammen passen.“ Kosmetik und Mode hätten vieles gemeinsam, da für beide der Wert und die Kultur der Marke wichtig sind. „Außerdem steht bei beiden die Verführung im Vordergrund“, fügte Branchini hinzu.

Bei Parfüm und Kosmetik arbeitet Armani bereits mit L’Oréal zusammen. L’Oréal-Chef Jean-Paul Agon hatte vergangene Woche bei der Vorstellung der Ergebnisse zu einer möglichen Übernahme gesagt: „Ich schließe generell nichts aus, aber das heißt nicht, dass wir ein konkretes Projekt für Herrn Armani haben.“

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