Modehersteller beugt sich Druck von Finanzinvestor
Hugo Boss schüttet Sonderdividende aus

Der Modehersteller Hugo Boss will seinen Aktionären für das abgelaufene Geschäftsjahr eine auf 1,46 Euro je Vorzugsaktie (Vorjahr: 1,20 Euro) erhöhte Dividende und eine Sonderdividende von fünf Euro je Papier zahlen. Damit beugte sich das Unternehmen dem Druck des Mehrheitseigners Permira. Für die Ausschüttung muss sich Hugo Boss frisches Geld besorgen.

HB STUTTGART. Dies teilte der schwäbische Modekonzern am Dienstag in Metzingen nach mehrstündiger Aufsichtsratssitzung mit. Je Stammaktie sollen für 2007 1,45 Euro (Vorjahr: 1,19 Euro) und ebenfalls fünf Euro Sonderdividende ausgeschüttet werden. Der neue Mehrheitseigentümer Permira hatte auf die Sonderausschüttung gedrängt.

Mit seinem Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung kam der Aufsichtsrat damit im zweiten Anlauf dem Willen des Finanzinvestors Permira nach. Dieser machte seit Monaten Druck auf das Management, eine Sonderdividende auszuschütten und die Verschuldung zu erhöhen. Die Eigenkapitalquote lag zuletzt bei 52 Prozent. In der vergangenen Woche war das Aufsichtsgremium ohne Entscheidung über die geplante Dividendenzahlung auseinandergegangen und hatte sich vertagt. Am Finanzmarkt war seit längerem über eine Sonderausschüttung in Höhe von mehreren Euro je Anteilsschein spekuliert worden.

Die frühere Hugo-Boss-Mutter Valentino aus Italien war vergangenes Jahr von Permira geschluckt worden. Der Finanzinvestor wurde damit automatisch Mehrheitsaktionär bei den Schwaben, ein absichtlich niedriges Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre brachte Permira nur wenig weitere Aktien ein.

Im Streit mit Permira verließ Vorstandschef Bruno Sälzer das Unternehmen Mitte Februar. Er hatte darauf gepocht, dass die Investitionsstärke von Hugo Boss durch eine Sonderdividende und Schuldendienst nicht beschränkt werden dürfe. Mit einer hohen Dividende kann Permira die milliardenschwere Valentino-Übernahme teilweise refinanzieren.

Vergangene Woche beendete der Aufsichtsrat auch den Vertrag mit Einkaufs- und Produktionsvorstand Werner Lackas mit sofortiger Wirkung. Auf den seit elf Jahren bei Hugo Boss tätigen Manager folgte Hans Fluri, der ehemalige Chef des Paketdienstes DPD. Zur Nachfolge Sälzers traf der Aufsichtsrat auch am Mittwoch keine Entscheidung. Fluri werde jedoch Sälzer auf keinen Fall als Vorstandschef nachfolgen, verlautete aus Unternehmenskreisen.

Die Geschäfte von Hugo Boss liefen im vergangenen Jahr trotz der Kaufzurückhaltung in Deutschland und der weltweit eingetrübten Konjunktur glänzend. Der Umsatz legte 2007 um neun Prozent auf 1,63 Mrd. Euro zu. Der Überschuss kletterte um 20 Prozent auf 154 Mill. Euro. Für dieses Jahr rechnet der mit Männermode groß gewordene Konzern abermals mit Rekorden bei Umsatz und Gewinn.

Seite 1:

Hugo Boss schüttet Sonderdividende aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%