Modekollektionen von Unternehmen
Von „Dieselross“ bis „Geier Sturzflug“

Viele Unternehmen lassen mittlerweile eigene Modekollektionen schneidern. Dabei entstehen Kollektionen, die mit plumper Werbung nichts zu tun haben. Vielmehr wollen die Firmen mit Kleidung die Markenbindung und die Identifikation ihrer Mitarbeiter stärken.

MÜNCHEN. Ein mächtiger Ackergaul zieht einen Pflug. Unter dem Bild steht in dicken Lettern das Wort „Dieselross “. Mit diesem Logo wirbt der Allgäuer Traktorhersteller Fendt auf Pullovern, Jacken und T-Shirts. Ein Treckerproduzent mit eigener Kleiderkollektion? „Das gehört heute einfach dazu“, sagt Sepp Nuscheler, Werbechef des Unternehmens. „Wir wollen damit die Markenbindung stärken.“

So wie Fendt lassen mittlerweile viele Unternehmen eine eigene Kollektion schneidern. „Über die Kleider können sich Kunden und Mitarbeiter mit einem Unternehmen identifizieren“, sagt Marion Hartmann. Die Münchenerin hat sich mit ihrer Firma Artis ganz auf Kleiderserien für Unternehmen spezialisiert. Sie stattet Autohersteller wie Alfa Romeo und BMW, aber auch das Delikatessen- und Kaffeehaus Dallmayr oder die ARD aus.

Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel hat zum 130-jährigen Jubiläum eine komplette firmeneigene Kollektion geordert: Auf Retro-Kleidung in der Trendfarbe „Schlamm“ ist das Gründungsjahr 1876 sowie das Henkel-Wappen gedruckt. Zu kaufen gibt’s die Kleidung im „Friendship Shop“ im deutschen Intranet von Henkel. Ziel: Der Konzern will Identifikation der Mitarbeiter mit den Werten des Unternehmen fördern.

Atis entwirft aber nicht nur Hemden, Hosen und Handtücher. Das Unternehmen lässt die Ware auch in eigenen Werken in China fertigen und liefert sie an die Kunden selbst aus. Dabei entstehen Kollektionen, die mit plumper Werbung nichts zu tun haben. Vielmehr sind es Kleider, die auch in Boutiquen ihren Platz hätten. „Die Menschen dürfen nicht das Gefühl haben, dass sie Werbung laufen für eine Firma,“ sagt Hartmann. Das soll auch die Qualität unterstreichen, die von den meisten Herstellern gefordert wird: Sie verlangen, dass die Lebensdauer der firmeneigenen Bekleidung in der Regel bei mindestens zwei Jahren liegt. Dass die Klamotten durchaus ankommen, beweist Fendt: Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen im vergangenen Jahr mit Fan-Shop-Artikeln einen Umsatz von 3,5 Mill. Euro gemacht. Kunden von Fendt sind offenbar nicht nur bereit, das Logo auf ihrer Brust zu tragen. Sie geben sogar Geld aus für die Leibchen und Jacken der Firma: Ein Polo-Shirt kostet um die 30 Euro, eine Snowboard-Jacke knapp 100 Euro.

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