Modekonzern
Escada rutscht immer tiefer in die Verlustzone

Der Luxusmode-Hersteller Escada steckt weiter in einer tiefen Krise. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 hat er seinen Verlust gegenüber dem Vorjahr noch ausgeweitet.

HB MÜNCHEN. Der Luxusmode-Hersteller Escada rutscht immer tiefer in die Krise. Im vergangenen Geschäftsjahr 2007/08 verdreifachte sich der Nettoverlust nahezu auf 70,3 Mio. Euro, wie der Konzern am Dienstag in München mitteilte. Das ist der zweithöchste Verlust der Firmengeschichte. Das Ergebnis war vor allem von Sonderlasten geprägt - Kosten für den Konzernumbau sowie außerplanmäßige Abschreibungen.

An der Börse reagierten die Anleger entsetzt: Escada-Aktien stürzten zeitweise um mehr als zehn Prozent auf 1,85 Euro ab. Der Verlust sei wesentlich höher als erwartet, sagte Christian Douglas, Branchenexperte der DZ Bank. Escada müsse dringend einen Geldgeber finden, um in der Wirtschafts- und Finanzkrise bestehen zu können. „Die finanzielle Situation der Firma ist bedrohlich und die Aussichten ziemlich negativ“, warnte Douglas.

Das Eigenkapital sei durch den Bilanzverlust zuletzt unter das gezeichnete Kapital gerutscht, so Escada. Diese Unterdeckung solle durch die Herabsetzung des Grundkapitals um 49 Mio. auf dann noch gut 58 Mio. Euro beseitigt werden. Die Zahl der Aktien solle dabei aber gleichbleiben. Über das Vorhaben muss die Escada-Hauptversammlung noch befinden. Mit der Maßnahme schafft der Konzern die Voraussetzung, sich an der Börse frisches Kapital nahe am aktuellen Kurs zu holen.

Das Management teilte mit, es führe zur mittelfristigen Absicherung der Unternehmensfinanzierung intensive Gespräche mit den Kapital- und Kreditgebern. Im vergangenen Sommer erst hatte sich Escada eine Finanzspritze von 50 Mio. Euro gesichert. Diese hatte den Tchibo-Miteigentümern Wolfgang und Michael Herz den Einstieg ermöglicht. Sie halten zusammen rund ein Viertel der Anteile.

Escada sprach von einem sehr schwierigen Marktumfeld für die Luxusgüterbranche, kämpft aber mit zahlreichen hausgemachten Problemen. Der neue Vorstandschef Bruno Sälzer will den Konzern nach dem Vorbild seines früheren Arbeitgebers Hugo Boss neu ausrichten. Die Geschäftsprozesse sollen automatisiert werden. Die Kollektionen, die teilweise als altbacken gelten, sollen moderner werden. Die defizitäre Tochter Primera, die im mittleren bis gehobenen Preissegment und vornehmlich in Deutschland aktiv ist, steht zum Verkauf.

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