Modekonzern
Escada-Verkauf geht auf die Zielgerade

Das Rennen um die Übernahme des insolventen Modekonzerns Escada geht in die heiße Phase. In diesen Tagen dürfen ausgewählte Investoren einen Blick in die Bücher der Münchener Edelmarke werfen, um dann anschließend ein verbindliches Angebot abzugeben. Das Interesse an der Luxusmarke ist offenbar groß.
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jojo/kk/wt MÜNCHEN. Bis zu zehn Interessenten seien noch im Rennen, heißt es in Finanzkreisen. Bis Ende des Monats will Insolvenzverwalter Christian Gerloff entscheiden, wer das Label bekommt.

Das Interesse an der Luxusmarke ist offenbar groß. Am Wochenende bestätigte die italienische Borletti Group, dass sie Teil eines Konsortiums ist. „Wir sind überzeugt, dass Escada sich zu einem führenden Anbieter im Modegeschäft entwickeln kann“, sagte Firmenchef Maurizio Borletti dem Handelsblatt. Details zur Höhe eines Angebots verweigerte der Manager jedoch. Er nannte auch keine Namen seiner Partner. In München heißt es, der Italiener unterstütze womöglich eine Offerte von Sven Ley, dem Sohn von Firmengründer Wolfgang Ley. Borletti hatte sich jüngst für das angeschlagene französische Modehaus Christian Lacroix interessiert, ist aber nicht zum Zug gekommen.

Escada hatte Anfang August Insolvenzantrag beim Münchener Amtsgericht gestellt. Der von Vorstandschef Bruno Sälzer eingeleitete Rettungsplan war zuvor gescheitert. Seither sucht Insolvenzverwalter Gerloff einen Käufer für das verlustreiche Unternehmen. Der Jurist steht unter immensem Zeitdruck. Je länger sich die Insolvenz hinziehe, desto stärker leide das Image, heißt es in Branchenkreisen. Weil die Händler bis Ende November die neue Kollektion ordern, müsse spätestens bis dahin geklärt sein, wie es weitergehe.

Bislang hat nur der Münchener Anwalt und frühere EM.TV-Aufsichtsratschef Nickolaus Becker öffentlich sein Interesse an Escada angemeldet. Der Jurist gehört aber, so ist aus Finanzkreisen zu hören, nicht zum engsten Bewerberkreis.

Insolvenzverwalter Gerloff will die Firma mit ihren gut 2 200 Mitarbeitern möglichst als Ganzes erhalten. Dabei ist wahrscheinlich, dass die Vermögenswerte aus dem Unternehmen herausgelöst werden und an den neuen Eigentümer gehen. Die börsennotierte Hülle würde zurückbleiben. Vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, warum die bisherigen Großaktionäre viele ihrer Aktien in den vergangenen Tagen verkauft haben. Sowohl die Herz-Familie, die rund ein Viertel der Papiere hielt, als auch der Russe Rustam Aksenenko haben ihre Beteiligungen massiv zurückgefahren.

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