Modekonzern gibt Gewinnwarnung aus
Escada bleibt Übernahmeziel

Mit einer ungewöhnlichen Pressemeldung drückt der Münchener Luxusmodekonzern Escada seinen Aktienkurs massiv nach unten – und sorgt an der Börse für Verwirrung: Anfang April sei man von der Finanzfirma Apax Partners informiert worden, dass der britische Investor die Pläne für eine Beteiligung an Escada nicht mehr weiterverfolge.

DÜSSELDORF. „Die Gespräche werden daher nicht fortgesetzt“, schrieb das Münchener SDax-Unternehmen am Mittwoch in einer offiziellen Mitteilung. Anschließend sackte der Kurs um zehn Prozent ab. Deutschlands zweitgrößter Luxusmodekonzern nach Hugo Boss steckt seit langem in der Krise. Im vergangenen Geschäftsjahr betrug der Verlust 27,3 Mill. Euro – bei rückläufigen Erlösen von 686 Mill. Euro.

Die Mitteilung des defizitären Damen-Luxusschneiders gibt Rätsel auf. Ende März hatte das Handelsblatt gemeldet, Apax plane einen Einstieg bei Escada und wolle gemeinsam mit dem russischen Großaktionär Rustam Aksenenko die Mehrheit an dem Münchener Modekonzern übernehmen. Neuer Vorstandschef sollte der bisherige Hugo-Boss-Chef Bruno Sälzer werden.

Eine offizielle Bestätigung der Gespräche aber gab es von Escada bislang nicht. „Merkwürdig“ sei es deshalb, wunderte sich gestern Equinet-Analyst Ingbert Faust, dass Escada dann aber das Ende der Gespräche per Pressemitteilung verkündete.

Analysten halten es für nicht ausgeschlossen, dass Escada damit den Kurs absichtlich nach unten drückt, um Apax den Einstieg doch noch zu ermöglichen. Nach Bekanntwerden der Pläne nämlich waren die Aktien des Modekonzerns von 13 auf über 18 Euro emporgeschossen. Bei einem öffentlichen Kaufangebot hätte Apax damit deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Den Abbruch der Gespräche begründete die Investmentgesellschaft denn auch vor allem mit der „jüngsten Entwicklung des Kurses der Escada-Aktie“. Nach der Absage fielen die Papiere wieder auf 14,44 Euro.

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