Modekonzern
Jil Sander wird an japanischen Modekonzern verkauft

Das Hamburger Damenmodeunternehmen Jil Sander wird an den japanischen Modekonzern Onward Holdings verkauft. Angeblich belastet den Konzern ein Darlehen eines Hedgefonds.

HB HAMBURG. Die britische Beteiligungsgesellschaft Change Capital Partners (CCP) teilte am Montag mit, eine Vereinbarung mit Onward stehe, der Verkauf solle in Kürze abgeschlossen werden. Die Transaktion hat nach Informationen aus Unternehmenskreisen einschließlich Schulden einen Wert von 215 Millionen Euro.

Onward will Jil Sander zusammen mit dem bereits zur Gruppe gehörenden italienischen Bekleidungshersteller Gibo betreiben. "Wir glauben, dass es beachtliche Möglichkeiten und Synergien gibt, um das Wachstum von Jil Sander, Gibo und der gesamten Gruppe voranzutreiben", erklärte Onward-Chef Takeshi Hirouchi. Onward kommt mit Jil Sander den Angaben zufolge in Europa auf einen Umsatz von 470 Millionen Euro inklusive Lizenzerlöse. CCP hatte Jil Sander im Frühjahr 2006 nach drei Verlustjahren vom Mailänder Luxuskonzern Prada übernommen. Prada hatte das Unternehmen nach sieben Jahren verkauft, weil sich die Verluste kaum eindämmen ließen. Die Firma litt darunter, dass sich Prada-Chef Patrizio Bertelli mit Chefdesignerin Jil Sander überworfen und sie an den Rand gedrängt hatte.

Der britische Finanzinvestor hatte Jil Sander 2007 operativ mit 6,1 Millionen Euro in die Gewinnzone zurückgeführt. CCP trieb die Internationalisierung voran und eröffnete neue Läden, unter anderem in Asien. Zudem wurden die Accessoires wieder in Eigenregie genommen und das Lizenzgeschäft ausgebaut. Damit ist das einstige Vorzeigeunternehmen aber noch nicht über den Berg. Laut "Financial Times Deutschland" drückt Jil Sander unter anderem, dass sie mangels Bankkrediten ein Darlehen eines Hedgefonds in Anspruch nehmen musste, für das jährlich Zinsen von 16,2 Prozent fällig sind.

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