Modekonzern legt Quartalszahlen vor
Escada steigert Verlust

Auch nach dem beschlossenen Machtwechsel blickt der Luxusmode-Hersteller Escada auf ein schwaches zweites Quartal zurück und kommt nicht aus den roten Zahlen.

HB MÜNCHEN. Der Luxusmode-Hersteller Escada und sein designierter Vorstandschef Bruno Sälzer haben einen langen Weg aus der Krise vor sich. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 litt der Konzern aus Aschheim bei München vor allem unter Problemen bei der im niedrigeren Preissegment angesiedelten Tochter Primera. Unter dem Strich stand im Zeitraum Februar bis April 2008 ein Verlust von 4,3 Mill. Euro, nach einem Überschuss von 2,4 Mill. im Vorjahr, wie Escada am Donnerstag mitteilte. Schon im ersten Quartal hatte das Unternehmen Verluste in Höhe von 3,9 Mill. Euro geschrieben.

Escada kann mit seinen aktuellen Kollektionen nicht beim Kunden punkten. Dementsprechend ging der Umsatz im abgelaufenen Quartal um gut 16 Prozent auf knapp 154 Mill. Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebitda) sank um mehr als ein Fünftel auf 12,5 Mill. Euro. Während die Kernsparte Escada trotz eines Minus bei den Erlösen den operativen Gewinn steigerte, brach dieser in der Primera-Sparte mit seinen Marken Apriori und Biba um mehr als zwei Drittel ein.

Escada hatte erst vergangene Woche seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2007/08 zum zweiten Mal gesenkt. Unter dem Strich wird mittlerweile ein Verlust erwartet, beim Ebitda nur noch 37 statt der zuvor angepeilten 51 Mill. Euro. Der Umsatz dürfte ferner um mehr als zehn Prozent fallen.

Escada hatte am Dienstag auch eine Kapitalerhöhung über 50 Mill. Euro beschlossen und der Vorstandschef Jean-Marc Loubier nach nur einem Jahr im Amt vor die Tür gesetzt. Die Finanzspritze ermöglicht den Tchibo-Miteigentümern Wolfgang und Michael Herz den Einstieg. Ihre Familien werden zusammen mit den Anteilen, die Michael Herz in den vergangenen Wochen bereits gekauft hat, künftig auf rund 25 Prozent kommen.

Damit wären die Tchibo-Eigner größter Aktionär bei Escada. Bisher war dort der Russe Rustam Aksenenko der starke Mann. Sein Anteil dürfte sich durch die Kapitalmaßnahmen um drei Punkte auf gut 23 Prozent verringern.

Sälzer übernimmt im Juli das Ruder im Vorstand. Er war von 2002 bis Februar dieses Jahres Chef von Hugo Boss. Im Escada-Umfeld hieß es zuletzt, der Aufsichtsrat sei unzufrieden mit der Umsetzung des Konzernsumbaus durch Loubier gewesen. Der Franzose wollte Escada auf Rendite trimmen und das Geschäft mit Accessoires stärken. Jetzt wurde er nach nur einem Jahr im Amt vor die Tür gesetzt.

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