Modekonzern
Tom Tailor will mit Bonita durchstarten

Der Modekonzern Tom Tailor will seinen Gewinn weiter steigern. Mit dem Kauf der Bekleidungskette Bonita, sollen künftig auch ältere Kunden bei den Hamburgern einkaufen. Die Integration kostet allerdings erst einmal Geld.
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HamburgDer Modekonzern Tom Tailor will nach dem Kauf der Marke Bonita beim Gewinn in eine neue Größenordnung wachsen. „Wir werden beim Ergebnis im nächsten Jahr stärker zulegen als bisher“, kündigte Finanzchef Axel Rebien am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters an. Er begründete dies vor allem mit der Übernahme der Modekette, die in diesen Tagen mit der Eintragung ins Handelsregister abgeschlossen werden soll. Dann wird der Kaufpreis von rund 220 Millionen Euro fällig, den Tom Tailor teils bar und teils in Aktien an eine Liechtensteiner Stiftung zahlt. Diese ist künftig mit knapp einem Viertel der Stimmrechte größter Anteilseigner des im SDax gelisteten Hamburger Unternehmens.

Tom Tailor werde 2013 im Stammgeschäft und auch wegen Kostenvorteilen bei Bonita beim Gewinn kräftig zulegen, erläuterte Rebien. Mit dem Zukauf erschließt sich der bisher auf die jüngere Kundschaft fokussierte Lifestyle-Konzern die Kundschaft über 50 Jahren. Zunächst kostet die Integration aber Geld. Rebien sagte, die Eingliederung von Bonita werde die Profitabilität „signifikant beeinträchtigen“. Vorstandschef Dieter Holzer stellte für 2012 dennoch ein positives bereinigtes Ergebnis in Aussicht. Das Management ließ allerdings offen, ob der Konzern wegen der Kosten in diesem Jahr unter dem Strich in die roten Zahlen rutschen könnte.

Von Januar bis Juni drückte der rasante Expansionskurs und eine 3,5 Millionen Euro teure TV-Werbekampagne das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (Ebitda) um 17 Prozent auf 8,3 Millionen Euro. Unter dem Strich weitete Tom Tailor den Verlust wegen höherer Abschreibungen auf 7,2 (Vorjahr minus 2,7) Millionen Euro aus. Der Rückgang beim Betriebsgewinn in der ersten Jahreshälfte soll in den nächsten Monaten durch bessere Geschäfte im Groß- und Einzelhandel wettgemacht werden.

Der Umsatz kletterte seit Jahresbeginn um 18 Prozent auf rund 210 Millionen Euro. Dabei fuhr Tom Tailor bereits die Früchte seiner Werbekampagne ein, mit der das Modeunternehmen Kunden in seinen Online-Shop locken will. Die Erlöse im E-Commerce stiegen um fast die Hälfte auf 15,4 Millionen Euro.

Bonita mit Sitz in Hamminkeln am Niederrhein gehört zu den profitabelsten der Branche. Mit der Übernahme rückt Tom Tailor zudem in der Rangliste der umsatzstärksten deutschen Modefirmen von Platz elf auf sieben vor und rangiert damit vor der CBR-Gruppe (Street One, Cecil OneTouch) und hinter Steilmann. Bisher konkurrieren die Hamburger vor allem mit Unternehmen wie H&M, Zara und Esprit um die jüngere Kundschaft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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