Model S Tesla startet wegen Bosch-Schrauben bislang größten Rückruf

Wegen Problemen mit der Servolenkung ruft Tesla 123.000 Model S zurück. Grund sind Schrauben des Zulieferers Bosch. Die Aktie fällt deutlich.
Update: 30.03.2018 - 13:58 Uhr 1 Kommentar
Der Autobauer hat seine bislang größte Rückrufaktion gestartet. Quelle: Reuters
Tesla Model S

Der Autobauer hat seine bislang größte Rückrufaktion gestartet.

(Foto: Reuters)

New YorkDie schlechten Nachrichten gehen für Tesla weiter. Nach dem tödlichen Unfall mit einem Model X, einem kritischen Analystenbericht und der Herabstufung der Kreditwürdigkeit muss der Autobauer nun weltweit 123.000 Model S Sedan zurückrufen.

Wie Tesla in einer Nachricht an seine Kunden mitteilte, sind rostige Schrauben der Grund. Diese könnten die Servolenkung beeinträchtigen. Das Problem tritt laut Tesla vor allem in kalten Regionen auf, wo Straßen oft gesalzen werden. „Es hat wegen des Problems keine Verletzungen oder Unfälle gegeben“ heißt es in der Mitteilung. Bei der Maßnahme soll es sich um die bislang größte Rückrufaktion in der Geschichte des Unternehmens handeln.

Die betroffenen Servolenkungen stammen von Bosch, wie eine Sprecherin des Unternehmens am Freitag in Suttgart bestätigte. „Bosch ist in enger Abstimmung mit Tesla und unterstützt die getroffenen Maßnahmen“, hieß es weiter bei dem Autozulieferer.

Betroffen sind laut Tesla Fahrzeuge des Models S Sedan, die vor dem April 2016 gebaut wurden. Allerdings sei das Problem bisher bei lediglich 0,02 Prozent aller potenziell betroffenen Fahrzeuge aufgetreten. Insgesamt verkaufte Tesla bis Ende des vergangenen Jahres 280.000 Autos des Modells.

Der Autobauer gab gleichzeitig Entwarnung für betroffene Fahrzeugbesitzer. Sollte die Servolenkung versagen, könne der Fahrer das Lenkrad immer noch bedienen. Man benötige allerdings mehr Kraft bei niedrigeren Geschwindigkeiten. Autobesitzer müssten aber ihre Wagen nicht stehen lassen, falls sie keine Probleme bemerkten.

Es handelt sich nicht um die erste Rückrufaktion des Elektroautopioniers. 2015 waren rund 90.000 Fahrzeuge des Model S von mangelhaften Sitzgurten betroffen, vergangenes Jahr rief Tesla 53.000 Autos des Model S sowie des Model X wegen defekter Handbremsen zurück.

Mit der erneuten Rückrufaktion setzt Tesla seine turbulenten Wochen fort. Zuletzt schickten ein kritischer Analystenbericht und eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Moody's die Aktie des Konzerns auf Talfahrt.

Seit Anfang März haben die Papiere mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Am Donnerstagabend konnte sich die Aktie wieder etwas erholen – zumindest zeitweise. Denn das Kursplus von 3,2 Prozent bei Handelsschluss wurde durch die Rückrufaktion wieder zunichte gemacht. Die Aktie verlor nachbörslich 3,6 Prozent.

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1 Kommentar zu "Model S: Tesla startet wegen Bosch-Schrauben bislang größten Rückruf"

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  • Möglicherweise lernt Tesla wirklich erst schmezlich, wie man Autos baut. Üblicherweise erhalten die Zuliefer sehr präzise Anforderungslisten, was für die Baugruppen zu verwenden ist und wie es zu verbauen und zu prüfen ist. Auch gibt es normalerweise verschiedene Klimavarianten oder eine die alles kann. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Zulieferer andere als die beschriebenen Materialien verwendet hat. Eher ist der umgekehrte Fall wahrscheinlich, dass die Leute aus dem Sonnenstaat erst die Erfahrung sammeln müssen, dass es anderswo auch anderes Wetter und somit andere Anforderungen gibt. Die Welt ist eben doch komplexer als 500 bunte Powerpointbildchen bei den großen Marketingevents.

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