Modell
Konsolidierung verläuft in vier Phasen

In jeder Branche gelten dieselben Kräfte: Deshalb lassen sich Wachstum und Fusionen vorhersagen. Das fand die Unternehmensberatung A.T. Kearney in einem weltweiten und industrieübergreifenden Vergleich heraus, für den sie Informationen zu über 30 000 Unternehmen aus 54 Ländern analysierte. Die Konzerne bilden 98 Prozent der globalen Marktkapitalisierung ab.. Die aktuelle Untersuchung „Zukunft durch Wachstum“ bestätigt und verfeinert das Modell in der Praxis. Danach verläuft die Konsolidierung über einen Zeitraum von etwa 25 Jahren in vier Phasen

DÜSSELDORF. In der Eröffnungsphase gründen sich Jungunternehmen in ganz neuen Segmenten wie Internet und Biotechnologie, aber auch deregulierten und liberalisierten Industrien wie Eisenbahn, Telekom und Versorger. Die Unternehmen bauen Markteintrittsbarrien auf wie Patente. Entscheidend sind höhere Umsätze und Marktanteile.

Anschließend gewinnt die Größe an Bedeutung. In dieser Kumulationsphase 2a beginnen die Firmen, sich auf den Kauf ihrer Wettbewerber zu konzentrieren. Sie stecken Territorien ab. Beispiele sind gegenwärtig Chemiefirmen. Auffällig ist, dass sich besonders erfolgreiche Wachstumsunternehmen in dieser Phase noch sehr zurückhalten und stärker auf organisches Wachstum setzen. Das zeigt die aktuelle Untersuchung. Dafür laufen die Top-Performer aber in der fortgeschrittenen Kumulations- und auch in der anschließenden dritten Phase zur Höchstform auf: Sie akquirieren mehr als durchschnittliche Unternehmen. Üblicherweise entstehen in dieser Phase zwei Drittel des Wachstums durch Übernahmen. Megafusionen sind typisch.

Schließlich bestimmen in der Balance-Phase nur noch wenige Anbieter den Markt. Die drei größten Unternehmen, wie in der Zigarettenindustrie, erreichen einen Marktanteil von 90 Prozent. Ziel ist es jetzt, erfolgreich zu bleiben. Weil die Profite kaum steigerbar sind, gliedern die Firmen wachstumsträchtige Bereiche aus und erhöhen so den Wert für den Aktionär. So brachte Philip Morris Kraft Foods an die Börse. Akquisitionen und Übernahmen werden auf Grund der Größe und geringen Zahl an Wettbewerbern schwierig. An ihre Stelle treten Allianzen. Die Unternehmen müssen aufmerksam beobachten, ob Regierungen und die öffentliche Meinung an dem oligopolistischen Verhalten Anstoß nehmen.

Unternehmen, die wissen, in welcher Phase sich ihre Industrie befindet, können mit Hilfe dieser Studie abschätzen, was als Nächstes passiert, und sich entsprechend vorbereiten. Die Konzerne sind also in der Lage, sich in eine günstige Position zu manövrieren und selbst anzugreifen, statt nur abzuwehren.

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