Modelleisenbahn
Fleischmann kämpft um das Überleben

Fast die Hälfte der Arbeitsplätze am fränkischen Standort Heilsbronn soll wegfallen beim traditionsreichen Modelleisenbahn-Hersteller. Seit Jahren schreibt Fleischmann rote Zahlen, auch in diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Verlust von drei Millionen Euro.
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HB HEILSBRONN. Mit drastischen Einschnitten soll die Insolvenz des traditionsreichen Modelleisenbahn-Herstellers Fleischmann abgewendet werden. Arbeitgeber und Betriebsrat wollten am Montagabend einen Sozialplan unterzeichnen, der die Streichung von 96 der 226 Arbeitsplätze am fränkischen Standort Heilsbronn (Landkreis Ansbach) vorsieht. "Das ist leider die einzige Möglichkeit, um das Überleben einigermaßen zu sichern", sagte Betriebsratschef Georg Dachsbacher am Montag.

Das Unternehmen gehört seit 2008 zur Modelleisenbahn Holding GmbH aus Bergheim bei Salzburg (Österreich), unter deren Dach auch die Marke Roco geführt wird. Fleischmann schreibe seit Jahren operative Verluste und werde auch in diesem Jahr ein Minus von drei Millionen Euro verzeichnen, sagte ein Unternehmenssprecher. "Das führt zwangsläufig in die Insolvenz."

Die Modelleisenbahn Holding fährt bei Fleischmann seit der Übernahme einen harten Sparkurs. Die ursprüngliche Fleischmann- Zentrale in Nürnberg ist bereits geschlossen worden. Die österreichischen Eigentümer stehen nach Procks Worten jedoch zum Standort Heilsbronn und lassen sich den Sozialplan drei Millionen Euro kosten. "Eine Insolvenz wäre billiger."

In Heilsbronn sollten neben zentralen Aufgaben auch Produktentwicklung und-management sowie hochwertige Produktionseinheiten erhalten bleiben. Montage und Produktion werden dagegen künftig an Standorten in Rumänien und Österreich stattfinden.

Fleischmann ist nach Marktführer Märklin der zweite große Modelleisenbahnhersteller, der kriselt. Märklin hatte im Februar Insolvenz angemeldet. Jetzt will der Insolvenzverwalter den Traditionshersteller vermutlich an Finanzinvestoren verkaufen. Seit Insolvenzantrag Anfang des Jahres haben bereits mehr als 400 Mitarbeiter das schwäbische Unternehmen verlassen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters sollte ein Verkauf Märklins 60 bis 70 Mio. Euro bringe.

Quelle: dpa

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