Modelleisenbahnhersteller
Ein Dutzend Kaufinteressenten für Märklin

Wie wenig eine Insolvenz das Ende sein muss, erlebt man gerade bei Märklin. Für den zahlungsunfähigen Modelleisenbahnhersteller gibt es nach Einschätzung von Insolvenzverwalter Michael Pluta bis zu einem Dutzend potente Kaufinteressenten. Nun gibt es sogar die Möglichkeit der Versteigerung.

HB STUTTGART. Pluta sagte am Montagabend im Wirtschaftspresseclub Stuttgart, bislang hätten sich 110 Interessenten für Märklin gemeldet. Davon erfüllten voraussichtlich jedoch lediglich sieben bis zwölf die Mindestvoraussetzungen, der Rest seien Liebhaber und „Abenteurer“, sagte der Rechtsanwalt.

Ernsthafte Kaufinteressenten müssten außer dem Kaufpreis noch rund 100 Mio. Euro finanzieren und eine industrielle Konzeption für die Weiterführung des Unternehmens vorlegen können. Diesen Interessenten solle ein vertiefter Einblick in die Bücher gewährt werden. Die Verkaufsverhandlungen könnten voraussichtlich im April beginnen und im Sommer abgeschlossen werden.

Eine Versteigerung will Pluta vermeiden. „Ich möchte keine Auktion, bei der das Unternehmen an den Höchstbietenden verkauft wird“, sagte der Ulmer Anwalt. Märklin sei mit einem Marktanteil von 60 Prozent eine „starke emotionale Marke“. Ein Verkauf von Teilen wie etwa der Tochter-Marken Trix oder LGB käme nicht in Betracht. Die Marken seien aus Märklin nicht herauslösbar.

Der 150 Jahre alte Spielwarenhersteller aus dem schwäbischen Göppingen steckt seit Jahren in den roten Zahlen und hatte Anfang Februar Insolvenz angemeldet, da die Banken ausgelaufene Kreditlinien nicht mehr verlängert hatten. Das Traditionsunternehmen sei kein Opfer der Finanzkrise, sagte Insolvenzverwalter Pluta. Märklin gehört seit 2006 den Finanzinvestoren Kingsbridge und Goldman Sachs.

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