Modelloffensive
Fiat gibt Chrysler fünf Jahre

Fiat-Chef Sergio Marchionne sieht Chrysler auf den Weg der Besserung. Im dritten Quartal hat der von Fiat kontrollierte US-Autobauer wieder einen Gewinn eingefahren. Fiat will mit einer Modelloffensive und einem massiven Fünfjahresplan Chrysler wieder auf die Beine helfen. Die Italiener wollen Marken und Modellportfolio von Chrysler durcheinander wirbeln.
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HB DETROIT. Der angeschlagene Autobauer Chrysler verdient wieder Geld. Fiat-Chef Sergio Marchionne, dessen Unternehmen die drittgrößte Autofirma der USA kontrolliert, meldete für das dritte Quartal einen operativen Gewinn von etwa 200 Mio. Dollar. Die Annahme, dass Chrysler Geld verliere, sei falsch, sagte Marchionne während der ganztägigen Präsentation am Mittwoch in Detroit. Die meisten Beobachter unterschätzten die massiven Kostensenkungen durch den früheren Chrysler-Eigner Cerberus Capital Management.

Für den Sanierungserfolg sollen in den kommenden drei Jahren mindestens vier neue Modelle auf Basis von Autos des neuen Miteigentümers Fiat sorgen. Bis 2014 werde die Hälfte der Autos auf von Fiat-Plattformen produziert. 40 Prozent der Wagen sollten dann über einen Fiat-Motor verfügen. In den kommenden fünf Jahren soll Chrysler durch die Zusammenarbeit mit den Italienern 2,9 Milliarden Dollar sparen.

Als erstes Auto der Italiener solle der kleine Fiat 500 Ende 2010 oder Anfang 2011 auf den US-Markt rollen, kündigte Marchionne bei einer ganztägigen Präsentation seiner Zukunftspläne am Chrysler-Stammsitz an. Unter der Konzernmarke Dodge sind drei weitere Modelle auf Fiat-Basis geplant: ein Kleinwagen sowie jeweils ein Auto der Kompakt- und Mittelklasse.

Marchionne kündigte während der achtstündigen Präsentation des Fünfjahrplans für Chrysler eine neue Modellpolitik an. So solle die Marke Dodge künftig nur noch Pkw und Kleinbusse anbieten und Ram sich auf Lastwagen konzentrieren. Die Marke Jeep soll nach den Plänen von Chrysler bis 2014 weltweit 800 000 Fahrzeuge nach 487 000 Exemplaren im Vorjahr absetzen. Bis 2014 will Fiat zudem drei Viertel der spritfressenden Motoren ersetzt haben. Die ersten von Fiat gelieferten und sparsameren Modelle sollen bereits 2010 eingebaut werden.

Die Jeep-Marken Patriot, Compass und Liberty sollen nach den Plänen des Managements durch neue Autos ersetzt werden, die auf Fiat-Plattformen basieren. Außerdem soll ein neues kleineres Sportmodell der Marke Jeep auf den Markt kommen. Auch das ist ein Schritt, mit dem der im Sommer durch staatliche Hilfe vor der Pleite gerettete Konzern Kosten senken will.

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  • Einmal mehr beweist dieser italo-Canadier den Mut und verlässt sich auf sein Wissen, seine Arbeitskraft und die Fähigkeit Menschen zu begeistern zu Topleistungen. Es gibt zu wenig dieser Macher!

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