Modelloffensive: Neue Autos braucht Renault

Modelloffensive
Neue Autos braucht Renault

„Kostenkiller“ Carlos Ghosn denkt gar nicht daran, den schwächelnden Autobauer Renault gesundzuschrumpfen Er baut er ihn sogar aus. Dabei sollen sich die Franzosen, so hat der Konzernchef es vorgegeben, einiges von den Japanern abgucken.

HB PARIS. Mit einer beispiellosen Produktoffensive und 26 neuen Modellen will Renault bis 2009 der rentabelste europäische Autohersteller werden. Nach dem Vorbild des Schwesterkonzerns Nissan will Renault dabei die Kosten drastisch senken, das Management umbauen und die Autofertigung um 800 000 auf 3,333 Mill. pro Jahr steigern. Das Wachstumsprogramm „Vertrag 2009“ sieht aber keine Entlassungen oder Werksschließungen vor. „Renault hängt von zu wenig Modellen ab und ist anfällig, und diese Gefahr dürfen wir nicht hinnehmen“, sagte Konzernchef Carlos Goshn am Donnerstag in Paris.

Nicht zuletzt der Absatzrückgang beim Golf-Pendant Megane hatte den operativen Gewinn im Jahr 2005 um 37,4 Prozent auf 1,32 Mrd. Euro einbrechen lassen. Im vergangenen Jahr hatte Renault seinen Überschuss nur Dank der Milliardengewinne der 44-prozentigen Tochter Nissan um ein Fünftel auf den Rekordwert von 3,37 Mrd. Euro gesteigert. Auch die 21,8-prozentige Beteiligung am Nutzfahrzeughersteller Volvo brachte Geld ein und überdeckte die Schwächen bei Renault selbst. Die operative Marge fiel von 5,2 auf 3,2 Prozent und rutschte ins untere Mittelfeld der Autokonzerne. Bis 2009 peilt Ghosn 6 Prozent an. Das schaffen derzeit nur der – auch von Ghosn geführte – Partner Nissan sowie Konkurrent Honda.

Der Weltabsatz von Renault stieg 2005 um 1,7 Prozent auf erstmals mehr als 2,5 Millionen Autos. Das Tandem Renault-Nissan kam auf 6,12 Mill. und ist damit weltweit die Nummer vier. Die positiven Zahlen verdecken jedoch eine erhebliche Schwäche der Marke Renault, deren Absatz im Kernmarkt Europa um 5,4 Prozent auf 1,8 Mill. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge einbrach. Ghosn machte dafür das Fehlen attraktiver neuer Modelle verantwortlich. Der Luxuswagen Velsatis ist ein Flop und das meistverkaufte Modell Megane kommt in die Jahre.

Auch in diesem Jahr bringt Renault nur 2 neue Modelle auf den Markt, weil Ghosn den neuen Twingo vor dem Start gestoppt und in die Entwicklungsbüros zurückverwiesen hat. Wachstum erwartet Ghosn vor allem in Osteuropa und Schwellenländern wie der Türkei, Iran, Russland oder Südafrika. Dort sollen auch 550 000 der 800 000 Autos verkauft werden, die Renault 2009 zusätzlich anbieten will.

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