Modellwechsel belastet
BMW will Gewinneinbuße im zweiten Halbjahr wettmachen

Der Automobilkonzern BMW musste im zweiten Quartal einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Gewinn hinnehmen. Vorstands-Chef Helmut Panke begründete das schwache Ergebnis mit dem Modellwechsel der 5er-Reihe und Vorleistungen für das 6er-Coupe und den Geländewagen X 3. Alle drei Modelle kommen noch in diesem Jahr auf den Markt.

mwb MÜNCHEN. Der Konzern hatte Einbußen bereits angekündigt. „Wir sind voll im Plan und blicken zuversichtlich ins zweite Halbjahr“, sagte der BMW-Chef jetzt. Die Nachfrage nach den neuen Modellen, insbesondere des neuen 5er, sei sehr gut. Im Juli wurden 6 100 Fahrzeuge des neuen Modells verkauft und über 16 000 produziert. Ab September soll die für BMW wichtige Oberklassen-Limousine weltweit voll verfügbar sein. Auf den 5er entfällt normalerweise rund ein Fünftel des gesamten Absatzes. Dieses Niveau soll der neue 5er im ersten Jahr seiner vollen Verfügbarkeit 2004 wieder erreichen.

Nur wenn Produktion und Absatz des 5er im zweiten Halbjahr schnell anlaufen, kann BMW seine angepeilten Ziele für dieses Jahr erreichen. Panke will mit den beiden Marken BMW und Mini jeweils den Absatz des Vorjahres übertreffen. Der Gewinn soll das Rekordniveau des Vorjahres wieder erreichen. Panke lässt sich eine Schwankungsbreite offen: Der Gewinn könne „5 bis 10 % unter oder über dem Vorjahreswert liegen“. An der Börse gab der Kurs der BMW-Aktie um rund 2 % auf knapp 23 Euro nach.

Im zweiten Quartal sank der Gewinn vor Steuern um 7,2 % auf 947 Mill. Euro. Der Rückgang fiel aber schwächer aus als die Analysten erwartet hatten. Grund dafür war das gute Finanzergebnis, das maßgeblich von einem Bewertungseffekt im Zusammenhang mit der Absicherung der Währungsrisiken herrührt. „Das ist kein Schönungstrick. Durch das clevere Hedging wird BMW seine Ziele leichter erreichen“, sagt Autoanalyst Georg Stürzer von der Hypo-Vereinsbank. Finanzchef Kraus warnte davor diese Effekte auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Vor Finanzergebnis und Steuern lag das Ergebnis bei bei 875 Mill. Euro und damit 18 % unter dem Vorjahr.

BMW ist bei den Analysten für vorsichtige Prognosen bekannt, 2003 gilt im Konzern ohnehin als Jahr des Übergangs. Ob die strategische Ausweitung der Produktpallette tatsächlich neue Käuferschichten anspricht, wird sich in den Jahren 2004 und 2005 zeigen. Ab 2008 will der Konzern über 1,4 Mill. Fahrzeuge jährlich verkaufen.

Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz um rund 8 % auf 20,5 Mrd. Euro. Im Umsatzrückgang spiegelt sich nach Pankes Angaben der schwache Dollar wieder. Der Absatz blieb mit 545 000 ausgelieferten Fahrzeugen nur wegen des Erfolges der Marke Mini stabil. Die Kernmarke BMW verlor 5,5 %. Auch Konkurrent Mercedes hatte im ersten Halbjahr weniger Fahrzeuge verkauft. Wegen des Streiks in Ostdeutschland verlor BMW sechs Arbeitstage und konnte 10 000 Fahrzeuge nicht produzieren. Gut lief das Geschäft in den USA. Mit einem Plus von 10 % auf 137 100 Fahrzeuge sind die USA inzwischen der größte Absatzmarkt der Bayern vor Deutschland.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%