Industrie

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Moderne Energie: Heizungshersteller verkaufen mehr als im Vorjahr

Deutschland heizt ein: Die Investitionen in moderne Heizungen steigen und die Hersteller freuen sich zum Jahresbeginn über gute Absatzzahlen im Heimatmarkt. Sorgen bereitet dagegen die Situation in Osteuropa. Die Brancheriesen trauen sich daher nicht, eine Prognose für 2009 abzugeben.

Aufgedreht: Moderne Heizungen sind in Deutschland gefragt. Quelle: ap
Aufgedreht: Moderne Heizungen sind in Deutschland gefragt. Quelle: ap

FRANKFURT. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen spürt die Heizungsindustrie zumindest in Deutschland noch relativ wenig von der Krise. „Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken“, sagte Rolf-Otto Limbach, Geschäftsführer von Vaillant, auf der Pressekonferenz anlässlich der Branchenmesse ISH in Frankfurt. Januar und Februar seien zumindest in den großen Märkten Deutschland und Großbritannien, an die der zweitgrößte Heizungshersteller Europas etwa 60 Prozent seiner Produkte liefert, sehr erfreulich gelaufen. „Wir sind in Deutschland deutlich über dem Vorjahr gestartet“, sagte Uwe Glock, Geschäftsführer des europäischen Marktführers Bosch Thermotechnik.

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Allerdings machen sich in Osteuropa sowohl die Konjunkturschwäche als auch der Verfall der Währungen bemerkbar, und der Markt Spanien leidet unter dem stark geschrumpften Neubauvolumen. Das Familienunternehmen Vaillant aus Remscheid traut sich deshalb keine Prognose für 2009 zu. Es gebe Chancen und Risiken, zwischen denen die richtige Balance gefunden werden müsse. Kurzarbeit oder gar Stellenstreichungen stehen nicht an. Bosch Thermotechnik hat vorsorglich die zeitlich befristeten Arbeitsverhältnisse insbesondere in Deutschland und Portugal nicht verlängert.

Die relativ positive Markteinschätzung bestätigte Klaus Jesse, Präsident des Branchenverbandes BDH. Er erwartet 2009 für die deutsche Heizungsindustrie zumindest eine Stagnation. „Ein geringes Wachstum dürfte im Bereich der Heizungsmodernisierung und der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt möglich sein“, sagte Jesse. Die Branche profitiert davon, dass nur rund 20 Prozent des Umsatzes am Neubau hängt. Die Renovierung dominiert eindeutig und lasse die Heizkosten sinken. Hier gebe es noch hohen Nachholbedarf, da nur etwa zwölf Prozent der Heizungen für den Verband auf dem neuesten Stand sind. Außerdem beflügeln staatlich Förderprogramme den Absatz.

2008 ist der deutsche Heizungsmarkt nach Angaben von Jesse um acht Prozent gewachsen, es wurden 619 000 neue Heizungen installiert. Damit wurde der Rückschlag des Jahres 2007 kompensiert, der Höchststand des Jahres 2006, als 760 000 Heizungen neu eingebaut wurden, ist aber nicht erreicht worden.

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