Moderne Nutzpflanzen beugen Herzinfarkt vor
Neue Züchtungen sollen wie Medikamente wirken

Wenn es nach den Pflanzenschutz-Unternehmen ginge, sollten neben Landwirten künftig auch Verbraucher Vorteile aus dem Einsatz genveränderter Nutzpflanzen haben. Die Pläne der Industrie reichen von Getreidesorten, die mehr Proteine enthalten, bis hin zu Ölsaaten, die Fette zur Vorbeugung von Herzinfarkten bilden sollen. Die damit hergestellten Lebensmittel wollen sie mit dem Hinweis auf „gentechnisch verbesserte“ Zutaten kennzeichnen.

HB/abo DÜSSELDORF. Bei den führenden Vertretern der Branche, Monsanto, Syngenta und Bayer Crop Science, arbeiten tausende von Forschern daran, Pflanzen neue Tricks beizubringen. Bisher lernten Mais, Raps und Soja etwa, sich gegen Schädlinge zu schützen. Künftig sollen Sie auch die Nährwerte von verarbeiteten Lebensmitteln verbessern und etwa Frühstücksflocken, Speiseöle und Fertiggerichte gesünder machen.

Vorreiter dieser neuen Grünen Gentechnik, deren Ergebnisse nach Ansicht von Branchenexperten in rund fünf Jahren vermehrt in den Regalen der Supermärkte anzutreffen sein werden, ist ein Dritte-Welt-Projekt. Die deutschen Wissenschaftler Ingo Potrykus und Peter Beyer haben den „Golden Rice“ entwickelt – ein genveränderter Reis mit erhöhtem Vitamin-A-Gehalt, der die Mangelernährung unter Asiens Kleinbauern bekämpfen soll. Das Produktist aber noch nicht marktreif.

Die Verfechter der Grünen Gentechnik denken allerdings schon viel weiter. Sie träumen von einer „Plant Factory“: Genveränderte Nutzpflanzen, die auf Nährstoffkissen in sterilen Containern gezogen werden, sollen hochkomplexe Medikamente erzeugen, die auf chemischem Weg nicht herstellbar sind.

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