Möbelbranche
Roller wieder auf Wachstumskurs

Der größte deutsche Möbel-Discounter Roller will seine ins Stocken geratene Expansion weiter fortsetzen. Innerhalb von nur drei Jahren soll das derzeit aus 82 Märkten bestehende Filialnetz auf „deutlich über 100 Standorte“ ausgebaut werden. Das sagte Unternehmensgründer Hans-Joachim Tessner dem Handelsblatt.

GOSLAR. Der Chef der in Goslar beheimateten Tessner-Gruppe hat wieder die vollständige Kontrolle über die einst von ihm aufgebaute Möbel-Kette übernommen. Im vergangenen Monat erwarb Tessner auch noch die restlichen, zuletzt von der Tedox KG gehaltenen Roller-Anteile. Vor Tedox, die vor kurzem noch als Teppich Domäne Harste firmierte, war die Metro an Roller beteiligt. Der Düsseldorfer Handelsriese hatte seine Möbel-Beteiligungen aber 1998 eingefroren und ein paar Jahre später verkauft. Damit war auch die Wachstumsstory von Roller zum Stehen gekommen. Der Discounter hatte zuvor auch von dem Nachholbedarf bei Wohnmöbeln in Ostdeutschland profitiert und seinen Umsatz, jeweils in Zwei-Jahres-Schritten, auf zuletzt 750 Mill. Euro verdoppeln können.

Der Erfolg der 1983 gegründeten Roller-Kette liegt nicht zuletzt in der konsequenten Umsetzung des Discounter-Prinzips: In großflächigen, einfach ausgestatteten Märkten können die Kunden die Möbel sofort mitnehmen. Zu Preisen, die zehn bis 20 Prozent unter denen des traditionellen Möbelhandels liegen. Der Preisvorteil wird unter anderem durch Großeinkauf und den Verzicht auf eine eigene Auslieferungsflotte möglich.

Roller-Gründer Tessner, der als Chef der Tessner-Holding das operative Geschäft schon längst einem Team von Geschäftsführern übertragen hat, sieht in der Zwangspause beim Firmenwachstum aber keineswegs einen Nachteil. Die Unterbrechung hätte dem Unternehmen nach dem Sprungwachstum der Vergangenheit, die Zeit verschafft, in Ruhe zu konsolidieren, ist Tessner überzeugt.

Geschockt reagierte Tessner im Frühjahr dieses Jahres, als einer seiner größten Lieferanten, die ostwestfälische Schieder-Gruppe, in die Insolvenz rutschte. Obwohl die Produktion in den Schieder-Werken auch in der Insolvenz weiterläuft, erhalten sie jetzt nur noch einen Bruchteil der früheren Aufträge aus dem Hause Roller. Denn der Discounter besorgte sich schnell neue Lieferanten aus Osteuropa. Doch sollte sich für das Schieder-Werk in Ostwestfalen alsbald ein Investor finden, ist Tessner nicht abgeneigt, die guten Geschäftsbeziehungen fortzusetzen. „Unsere Einkäufer werden die dortige Ordermesse Mitte September auf jeden Fall besuchen“, kündigt der Holding-Chef an.

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