Mögliche Fusion zwischen BHP und Rio Tinto
Deutsche Stahlkonzerne rufen nach staatlicher Hilfe

Die Stahlindustrie in Deutschland schlägt Alarm: Sie sieht sich durch die geplante Fusion der Bergbaukonzerne BHP Billiton und Rio Tinto massiv unter Druck gesetzt. Wenn es nach ihr geht, soll die EU-Kommission und andere verantwortliche Institutionen die Fusionspläne der beiden australischen Konzerne genau prüfen und verbieten.

HB DÜSSELDORF. Das forderte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Dieter Ameling, am Dienstag. "Diese Fusion zwischen der Nummer zwei und drei des Welt-Erzmarktes würde den Druck auf die Eisenerzpreise weiter erhöhen.“

BHP hatte die Pläne für einen gemeinsamen Konzern mit einem Marktwert von 350 Mill. Dollar Anfang November vorgelegt und damit umgehend Kritik bei europäischen und asiatischen Stahlherstellern – etwa in China und Japan – ausgelöst. Dem deutschen Stahlverband gehören die führenden nationalen Konzerne Thyssen Krupp und Salzgitter an, aber auch der mit mehreren Werken in Deutschland vertretene Weltmarktführer Arcelor Mittal.

Die Schwerindustrie sorgt sich, dass die wenigen Anbieter von Eisenerz für die Stahlproduktion in der Preisrunde 2008/09 den Rohstoff massiv verteuern wollen. Bereits in den vergangenen Jahren waren die Preise explodiert. Die drei weltweit führenden Bergbaukonzerne BHP, Rio Tinto und die brasilianische CVRD haben schon jetzt fast 70 Prozent des Marktes für Eisenerz in der Hand. Rio Tinto und BHP kämen dem deutschen Branchenverband zusammen auf einen Anteil von 36,8 Prozent, CVRD auf 31,5 Prozent. Nach einer Fusion von BHP und Rio Tinto hätten die Stahlhersteller praktisch keinen Spielraum mehr für Preisverhandlungen, kritisierte Verbandschef Ameling.

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