Mögliche Übernahme
Monsanto versucht es nochmal bei Syngenta

Der Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta ist erneut in den Fokus von Monsanto geraten: Der US-Rivale hat offenbar einen neuen Anlauf für einen Zusammenschluss unternommen – mit sofortigen Auswirkungen am Aktienmarkt.
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Die Schweizer Chemiebranche wird für ausländische Interessenten immer interessanter. Am Montag sorgten frisch angefachte Übernahmespekulationen um Syngenta für einen Kurssprung bei dem Agrochemiekonzern. US-Rivale Monsanto hat einem Bericht der Agentur Bloomberg zufolge einen neuen Anlauf für einen Zusammenschluss mit dem Unternehmen aus Basel genommen. Die Syngenta-Aktien schossen an der Börse in Zürich acht Prozent auf 340 Franken hoch.

Monsanto war Insidern zufolge im vergangenen Jahr mit Kaufabsichten bei Syngenta abgeblitzt. Doch die Amerikaner hätten nie aufgegeben und wollen die Fusion durchziehen, sagte ein mit der Geschäftsstrategie des Unternehmens aus St. Louis vertrauter Banker der Nachrichtenagentur Reuters. Monsanto sei sich bewusst, dass es schwierig werden könnte, den Deal den Behörden schmackhaft zu machen. Beide Konzerne lehnten eine Stellungnahme ab.

Analysten zufolge würden die beiden Konzerne gut zusammenpassen und ein Fusion dürfte nicht auf unüberwindliche Hindernisse stoßen. Bedenken dürften die Kartellbehörden am ehesten in den USA und bei Mais- und Sojasaaten haben. Eine führende Saatgutfirma kombiniert mit dem führenden Hersteller von Pflanzenschutzmitteln würde sicher einen Branchenführer in der Agrarbranche schaffen, erklärten die Analysten von Barclays.

Syngenta ist der weltgrößte Hersteller von klassischen Pestiziden gegen Insektenbefall, Unkräuter und Pilze. Monsanto ist führend bei Saatgut und vor allem für seine gentechnisch veränderten Maissorten bekannt. Sollte es zu einem Zusammenschluss kommen, würde ein Branchenriese mit einem Jahresumsatz von mehr als 30 Milliarden Dollar entstehen. An der Börse ist Monsanto mit rund 56 Milliarden Dollar deutlich mehr wert als die Schweizer, die es auf umgerechnet 31 Milliarden Dollar bringen.

In dem Sektor läuft ein Konzentrationsprozess. Jüngst veräußerte die dänische Auriga Industries ihr Pflanzenschutzgeschäft für 1,8 Milliarden Dollar an die US-Firma FMC und Platform erwarb den Konkurrenten Arysta LifeScience für 3,5 Milliarden Dollar. Der deutsche Bayer-Konzern hält trotz stark gefestigter Branchenstrukturen weitere Übernahmen und Fusionen für möglich.

Die Anleger setzen auf einen Deal zwischen Monsanto und Syngenta. „Dass sich die Aktie auf dem höheren Niveau so gut behaupten kann, zeigt, dass die Leute glauben, dass es sich hier um mehr als eine bloße Spekulation handelt, sagte ein Händler.

Neben Syngenta sind auch andere Schweizer Unternehmen ins Visier ausländischer Investoren gerückt. So gilt der Chemiekonzern Clariant, der seinen Sitz ebenfalls in Basel hat, als Übernahmekandidat. Der geplante Kauf der Bauchemie-Firma Sika durch den französischen Saint-Gobain-Konzern ist inzwischen ein Fall für die Gerichte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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