Mögliche Übernahmeschlacht
Salzgitter bietet für Algoma

Die Salzgitter AG hat Interesse an dem kanadischen Stahlhersteller Algoma Steel bekundet. Die Gerüchte beflügelten zunächst den Aktienkurs der Kanadier. Doch auch wenn die Übernahme wirtschaftlich Sinn macht, billig wird dieses Unterfangen nicht.

DÜSSELDORF/OTTAWA. Von den Plänen der deutschen Salzgitter AG, den kanadischen Stahlhersteller Algoma Steel zu übernehmen, hat bisher nur der Aktienkurs des kanadischen Konzerns profitiert. Die Algoma-Aktie war bereits in den vergangenen Tagen stark gestiegen, nachdem Übernahmegerüchte die Runde gemacht hatten. Am Donnerstag Abend war die Aktie nach einem Kurssprung von fast 20 Prozent ausgesetzt worden und stieg am Freitag weiter. Dagegen fiel der Kurs der Salzgitter-Aktie Freitag zeitweise um mehr als vier Prozent.

Salzgitter bestätigte, man sei mit Algoma in Kontakt. Die Gespräche befänden sich aber noch in einem sehr frühen Stadium. Es bestehe keine Sicherheit darüber, dass die Transaktion stattfinden werde.

Analysten begrüßen eine Übernahme als wirtschaftlich sinnvoll, befürchten aber einen zu hohen Preis, da sich weitere Interessenten melden für Algoma könnten. David Tyermann von Scotia Capital in Toronto nenn als mögliche Käufer die russische Severstal, den brasilianischen Stahlerzeuger CSN, die indische Jindal Steel und der indischen Stahlgiganten Mittal. Analyst Michael Willemse von CIBC World Markets sieht trotz der Kurssprünge in der vergangenen Woche noch Potenzial. Derzeit steht die Aktie bei 50 Dollar. Willemse hält einen Übernahmepreis von 60 Dollar für möglich.

„Dies wäre ein Quantensprung für Salzgitter“, sagt Analyst Hermann Reith von der BHF Bank. Damit könne Salzgitter seine Position auf dem Markt für Röhren in Nordamerika ausbauen. Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern hat sich bisher an der Konsolidierung in der Stahlindustrie nicht beteiligt. Salzgitter hat wie die gesamte Branche glänzend verdient und nach dem Verkauf von Randaktivitäten 2,2 Mrd. Euro in der Kasse. Einschließlich der Aufnahme von Krediten stehen damit drei Mrd. Euro zur Verfügung, doch Finanzvorstand Heinz Jörg Fuhrmann hielt bislang die Taschen zu. Der Börsenwert von Algoma liegt bei rund einer Mrd. Euro. Noch im November bekräftigte Konzernchef Wolfgang Leese lediglich, dass Salzgitter Zukäufe im unteren dreistelligen Millionenbereich prüfe, sich aber auf den Ausbau seiner Kapazitäten in den Werken in Deutschland konzentriere.

Algoma mit Sitz in Sault Ste. Marie in Ontario ist mit einem Umsatz von rund 1,2 Mrd. Euro und einer Stahlproduktion von 2,6 Millionen Tonnen wesentlich kleiner als Salzgitter, das auf rund acht Mrd. Euro Umsatz und eine Stahlproduktion von 7,2 Millionen Tonnen kommt.

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