Möglicher Einstieg
Daimler fehlt die Kraft für Porsche

Die Meldung vom möglichen Einstieg Daimlers bei Porsche schlugen am Wochenende ein wie eine Bombe. Das Interesse von Daimler an Porsche hätte zwar eine Logik. Doch der Konzern hat viele eigene Probleme.

STUTTGART. Bis zum vergangenen Wochenende war es verdächtig ruhig um Daimler. Der einstige deutsche Vorzeigekonzern hatte wenig zu tun mit den Finanzproblemen bei Porsche oder der Rettung von Opel. Bis die Meldungen von Gesprächen über einen Einstieg bei Porsche einschlugen wie eine Bombe. Doch dass es dazu kommt, halten Experten für wenig wahrscheinlich: Für Porsche fehlt Daimler die Kraft.

Schon in der Vergangenheit hatte Daimler dem Sportwagenbauer Avancen gemacht. Als Porsche Anfang der 90er-Jahre in einer tiefen Krise steckte, halfen die Nachbarn mit dem Auftrag für einen Mercedes E 500 aus der Patsche. Auch als Porsche einen Geländewagen bauen wollte, klopfte der Konzern zunächst bei Daimler an. Der Konzern wollte schon damals im Gegenzug eine Beteiligung an dem Sportwagenbauer. Die Familien Porsche und Piëch lehnten ab. So wurde daraus nichts.

Auch diesmal deuten die Zeichen auf einen Blindgänger. Daimler räumte zwar ein, dass in der Branche jeder mit jedem rede, äußerte sich aber nicht zu den Gerüchten über eine Beteiligung an Porsche. Experten zeigen sich sehr skeptisch: „Ein Einstieg von Daimler bei Porsche-VW wäre extrem schwierig zu managen. Es gibt zu viele Baustellen. Durch die Beteiligung von Daimler würde die Lösung noch komplizierter“, sagt Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft.

Zahlreiche parallele Interessen würden aufeinander treffen: die der Porsche-Inhaberfamilien Porsche und Piëch sowie der Vorstände von Porsche und VW. Dazu kämen noch die beiden konträren Arbeitnehmervertretungen und der arabische Investor Katar, der um eine Beteiligung an Porsche buhlt.

Autoexperte Diez sieht zwar eine gewisse industrielle Logik, da Daimler auf der Suche nach Kooperationspartnern für neue Antriebstechnologien ist. „In diesem Zusammenhang könnte Daimler Interesse an VW haben“, sagt er. Aber Diez bezeichnete es gleichzeitig als „ziemlich einseitig, denn Volkswagen ist allein groß genug und braucht Daimler nicht“. Allenfalls Batterie und Hybrid-Technologien von Daimler könnten nach Einschätzung von Analysten für VW interessant sein.

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