Möglicher Milliardendeal
Chinesen greifen nach United Biscuits

Bahnt sich ein weiteres Milliardengeschäft mit chinesischer Beteiligung an? Nach verschiedenen Zeitungsberichten will das chinesische Unternehmen Bright Food für bis zu 2,9 Mrd. Euro den britischen Nahrungsmittelhersteller United Biscuits übernehmen.
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HB LONDON. Der Preis soll zwischen 2 und 2,5 Milliarden Pfund (umgerechnet 2,3 bis 2,9 Milliarden Euro) liegen, zitierte die „Sunday Times“ mit den Verhandlungen vertraute Personen. Danach habe sich Bright Food bereits ein Vorkaufsrecht gesichert. Zudem sollen die Besitzer von United Biscuits, die Finanzinvestoren Blackstone und PAI Partners, schon länger einen Verkauf in Erwägung ziehen. Für eine Stellungnahme waren sie allerdings nicht zu erreichen.

Auch Campbell soll an einer Übernahme interessiert sein. Allerdings will der US-Suppenkonzern nur Teile des britischen Lebensmittelkonzerns übernehmen, hatte die britische „Sunday Times“ bereits Ende August berichtet. Demnach ist er nur an der Keks-Produktion von United Biscuits interessiert, so dass das Unternehmen zerschlagen werden könnte. Campbell wolle dafür 1,5 Mrd. Pfund (1,83 Mrd. Euro) auf den Tisch legen. Für den Snack-Bereich könne sich Campbell weniger erwärmen.

Das Keksgeschäft macht drei Viertel von United Biscuits aus, das vor allem in Kanada, den USA und Australien aktiv ist. Blackstone und PAI hatten vor rund zwei Monaten die Investmenthäuser Goldman Sachs und J. P. Marogan Chase damit beauftragt, eine strategische Bewertung von United Biscuits vorzunehmen. Das Unternehmen hat seine geschäftlichen Stärken in Europa, wo es das meiste Geld verdient. In den Schwellenländern, die derzeit das größte Wachstum generieren, ist United Biscuits jedoch eher schwach vertreten.

United Biscuits ging 1948 aus der Fusion zweier schottischer Familienbetriebe hervor. Bis zur Übernahme durch Blackstone und PAI im Jahr 2006 war es an den Börsen notiert. Bright Food ist einer der größten chinesischen Nahrungsmittelkonzerne. Es vertreibt seine Waren über eine Kette von 3 300 Läden überall in China. Vor einigen Monaten war die Firma damit gescheitert, den australischen Süßwarenhersteller CSR Ltd. zu erwerben.

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