Möglicher Übernahmekandidat für Siemens
Alstom bestreitet Gespäche über Gasturbinen

Teile des angeschlagenen französischen Industriekonzerns Alstom werden seit geraumer Zeit als Übernahmekandidat für Siemens gehandelt. Über einen möglichen Verkauf des Gasturbinen-Geschäfts führt Alstom aber nach eigenen Angaben derzeit keine Gespräche mit Siemens.

HB PARIS/MÜNCHEN. "Es gibt keine laufende Transaktion oder Gespräche mit Siemens zu diesem Thema“, sagte ein Alstom-Sprecher am Dienstag in Paris. Auch Alstom-Chef Patrick Kron hatte erst vergangene Woche klar gestellt, das Unternehmen habe trotz finanzieller Schwierigkeiten keine Pläne, sich von Bereichen zu trennen.

Mitte Februar hatte Siemens erklärt, nicht unmittelbar vor dem Kauf von weiteren Alstom-Teilen zu stehen. „Die Franzosen müssen selbst entscheiden, welcher Pfad für sie der Richtige ist, was in ihrem Interesse ist, und wir werden das respektieren“, hatte Konzernchef Heinrich von Pierer in einem Interview gesagt. Der weltweit bekannte Hersteller des Hochgeschwindigkeitszuges TGV genießt in Frankreich großes Ansehen und hat einen hohen Stellenwert für die dortige Wirtschaft. Ohne politische Rückendeckung aus Paris dürfte daher auch kaum eine Vereinbarung mit Alstom zu erzielen sein.

Gleichwohl wird den Münchenern ein Interesse an den Gasturbinen von Alsom nachgesagt, Analysten halten auch den Bereich Verkehrstechnik interessant für Siemens. Zuletzt hatte hierüber „Der Spiegel“ berichtet.

Derzeit entscheidet die Europäische Kommission über ein staatliches Rettungspaket für Alstom, das bei einer Genehmigung zugleich die verpflichtende Abgabe von Unternehmensteilen beinhalten könnte. Dem „Spiegel“ zufolge versucht Siemens derzeit über ein Gutachten in Brüssel die Kommission davon zu überzeugen, dass Alstom bei einem Verkauf der Gasturbinen-Sparte überleben kann. Der Konzern wollte sich hierzu am Montag nicht äußern. Allerdings ist es normal, dass die EU bei Wettbewerbsfragen Stellungnahmen der Konkurrenten einholt.

2003 hatte Siemens für rund 1,1 Mrd. € bereits das Geschäft mit kleineren Industrieturbinen von Alstom übernommen.

Die Franzosen hatten vor gut einer Woche eine Gewinnwarnung veröffentlicht und damit ihre Aktien auf Talfahrt geschickt. Am Dienstag notierte die Alstom-Aktie mit rund 1,70 € um 1,8 % im Plus. In einem praktisch unveränderten Marktumfeld gewannen die Siemens-Anteilsscheine 0,2 % auf rund 59 €.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%