Industrie
Mögliches Strafverfahren in VW-Affäre nicht mehr in diesem Jahr

Die Korruptionsaffäre bei Volkswagen wird die Justiz noch lange Zeit beschäftigen.

dpa-afx BRAUNSCHWEIG. Die Korruptionsaffäre bei Volkswagen wird die Justiz noch lange Zeit beschäftigen. Ein mögliches Strafverfahren gegen den entlassenen VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer sowie Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster werde frühestens im kommenden Jahr beginnen, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Mittwoch mit. Die Behörde ermittelt gegen die Schlüsselfiguren der Affäre wegen Betrugs und Untreue. "Dieses Jahr kommt es bestimmt nicht mehr zu einer Gerichtsverhandlung", sagte Behördensprecher Hans-Jürgen Grasemann der dpa. Die Ermittlungen seien zu komplex.

Im Arbeitsgerichtsprozess zwischen Gebauer und VW in Braunschweig hatte der Richter am Dienstag eine mündliche Verhandlung für den 17. November angesetzt, nachdem es bei der Güteverhandlung keine Einigung gab. Der Autobauer hatte dem Personalmanager, der für die Beziehungen zum Betriebsrat zuständig war, Ende Juni fristlos gekündigt. Dagegen klagt Gebauer.

GÜTetermin

Beim Gütetermin überreichte der VW-Chefjurist, Michael Ganninger, dem Richter einen Schriftsatz, in dem das Unternehmen die angeblichen Verfehlungen Gebauers auflistet. Ganninger zitierte öffentlich aus dem Schreiben und machte damit neue schwere Vorwürfe gegen Gebauer und Schuster bekannt. Sie hätten den Konzern als "Plattform" genutzt, um in die eigene Kasse zu wirtschaften. Dafür hätten die beiden ein Netz von mindestens zehn Firmen in acht Ländern aufgebaut. Auch Schmiergeld in fünfstelliger Höhe sei an Gebauer gezahlt worden. Gebauer wies die Vorwürfe zurück.

Für die Ermittler der Staatsanwaltschaft seien die Anschuldigungen nicht neu, sagte Sprecher Grasemann. VW hatte den Schriftsatz zeitgleich zur Güteverhandlung per Fax an die Anklagebehörde übermittelt. "Das ist eine Zusammenfassung dessen, was uns bisher schon bekannt war", erläuterte Grasemann.

Die Staatsanwaltschaft hat bereits ein Rechtshilfeersuchen an einen anderen Staat fertig gestellt. Als mögliche Adressaten gelten Indien, Tschechien und Angola. Die Behörde bewahrte aber am Mittwoch ihr Schweigen über das Zielland und weitere Einzelheiten zu den Ermittlungen. Grasemann: "Justizbehörden müssen sich bedeckt halten."

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