Mol-Gas-Übernahme soll intensiv geprüft werden
EU nimmt Eon-Pläne unter die Lupe

Der deutsche Energieversorger Eon ist mit seiner geplanten Übernahme von Gasspeichern und Fernleitungen in Ungarn auf „schwerwiegende wettbewerbsrechtliche Bedenken“ der EU-Kommission gestoßen. Das angekündigte Geschäft soll nun intensiv geprüft werden.

HB BRÜSSEL. Erste Marktuntersuchungen hätten ergeben, dass die angemeldete Transaktion eine bedeutende Beeinträchtigung des Wettbewerbs in der gesamten Versorgungskette des ungarischen Gas- und Elektrizitätsmarktes mit sich bringen könnte, erklärte die Kommission am Freitag in Brüssel. Die Kommission hat nun bis zum 17. November Zeit, die Angelegenheit zu prüfen.

Deutschlands größter Versorger hatte im vorigen November die schrittweise Übernahme des Mol-Gasgeschäfts angekündigt. Wenn alles nach Plan läuft, rechnet Eon mit dem Abschluss der Übernahme in fünf Jahren. Eon wird für die gesamte Transaktion nach eigenen Angaben mehr als zwei Mrd. € bezahlen.

Mol will sich nach eigener Darstellung ganz auf das Ölgeschäft konzentrieren und sich daher von der Gassparte trennen. Im Gasbereich ist der Konzern nur im so genannten Midstream-Geschäft aktiv, also im Handel, der Speicherung und im Transport, nicht aber in der Gasförderung und auch nicht im Vertrieb. Eon hält in Ungarn bereits Minderheitsbeteiligungen zwischen 16 und 49 % an drei regionalen Gasversorgern.

Nach den im November unterzeichneten Verträgen soll zunächst die Eon-Tochter Ruhrgas je 75 % an den Mol-Gesellschaften für Gashandel und Gasspeicherung sowie 50 % an einer Gasimportgesellschaft übernehmen. In einem zweiten Schritt habe Mol die Option, innerhalb von zwei Jahren nach Erfüllung des ersten Vertragsteils 75 % minus einer Aktie des eigenen Gastransportgeschäfts an Eon zu verkaufen. Schließlich wurde vereinbart, dass Mol innerhalb der nächsten fünf Jahre auch ihre restlichen Anteile am Gashandel und der Gasspeicherung an Eon verkaufen könne. Eon erhofft sich aus dem Mol-Geschäft eine bessere Ausgangsposition für die Erschließung der liberalisierten Energiemärkte in Mittel- und Osteuropa.

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