Molkereien
Buko-Produzent greift nach Vla-Hersteller

Auf dem europäischen Markt für Milchprodukte bahnt sich eine erneute Übernahme an. Die dänische Arla Foods Amba will einen Teil der niederländischen Royal Friesland Campina kaufen. Damit machen die Dänen die Niederlande zu ihrem Kernmarkt.

DÜSSELDORF. Der dänische Molkereikonzern Arla Foods Amba setzt seinen weltweiten Expansionskurs fort und will einen Teil des niederländischen Frischmilchgeschäfts seines Konkurrenten Royal Friesland Campina übernehmen. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Die EU-Kommission muss der Vereinbarung noch zustimmen.

Damit will der niederländische Marktführer bei Molkereiprodukten seinerseits Auflagen der EU-Kommission erfüllen, die die Behörde im vergangenen Jahr nach dem Zusammenschluss von Campina und Friesland Foods zum größten Milchverarbeiter der Niederlande erlassen hatte. Royal Friesland Campina (Marken: Chocomel, Optiwell, Landliebe) hatte unter anderem zugesichert, die Sparte Frischmilchprodukte von Friesland Foods zu verkaufen. Damit sollte nach Auffassung der Wettbewerbshüter die Marktmacht des neuen Milchgiganten beschränkt werden.

Im weltweiten Vergleich rückt Royal Campina als größte Molkereigenossenschaft mit 17 000 Mitgliedern und 22 000 Mitarbeitern sowie einer Jahresproduktion von 8,3 Mrd. Kilogramm Milch nach dem Zusammenschluss auf Rang drei hinter Nestlé und Danone vor. Der Arla-Konzern (Marken: Buko, Havarti, Danablu), der in weltweit zwölf Werken etwa 20 000 Mitarbeiter beschäftigt, weitet seine Aktivitäten durch den Deal auf ein weiteres EU-Land aus.

Die Dänen erzielten zuletzt zwei Drittel ihres Jahresumsatzes von fast sieben Mrd. Euro außerhalb Skandinaviens. Größter Markt ist mit einem Umsatzanteil von 33 Prozent Großbritannien. Nach der Übernahme des Frischmilchgeschäfts der einstigen Friesland Foods wären sie auf einen Schlag auch ein Schwergewicht auf dem holländischen Markt.

Friesland Foods hat seine Frischmilchsparte am Standort Nijkerk konzentriert. Dort produzieren rund 500 Mitarbeiter tagesfrische Molkereiprodukte wie Trinkmilch, Joghurts oder Vla-Pudding der Marke Friesche Vlag sowie Handelsmarken im Wert von zuletzte 215 Mio. Euro pro Jahr. Arla will den Standort inklusive sämtlicher Aktiva wie Gebäude und Maschinen übernehmen. Auch die Lizenzrechte an den Marken Friesche Vlag und Melkunie will Arla für eine Laufzeit von zehn Jahren erwerben.

"Die Niederlande werden durch die Übernahme zu einem Kernmarkt für uns", sagte Peder Tuborgh, Vorstandsvorsitzender von Arla Foods. Die Übernahme passe hervorragend in die Strategie des Konzerns, bevorzugter Hersteller von Molkereiprodukten in Nordeuropa zu werden. Tuborgh sicherte zu, die Arbeitsplätze am Standort Nijkerk zu erhalten.

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