Monsanto-Deal
Bayer-Chef Baumann wirbt bei Trump für Fusion

Bayer-Chef Werner Baumann und Monsanto-Boss Hugh Grant haben bei Donald Trump vorgesprochen. Sie wollen den künftigen US-Präsidenten überzeugen, dass eine Fusion der beiden Konzerne in den USA neue Arbeitsplätze schafft.
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BerlinBayer und Monsanto haben beim künftigen US-Präsidenten Donald Trump für den 66 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss der beiden Konzerne geworben. Bayer-Chef Werner Baumann und Monsanto-Boss Hugh Grant sprachen laut Trumps Team am Mittwoch in New York mit dem Immobilien-Milliardär und mehreren seiner Berater.

Bayer und Monsanto brauchen für ihre Fusionspläne grünes Licht auch der US-Aufsichtsbehörden, deren Führungsspitze Trump nach seinen Vorstellungen neu besetzen kann. Ein Bayer-Sprecher sagte am Donnerstag: „Es war ein produktives Treffen, bei dem es um die Zukunft der Agrarwirtschaft ging und die Notwendigkeit von Innovationen.“ Näher äußerte er sich nicht.

Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern hatte im September nach monatelangem Ringen die Übernahme des Saatgutriesen aus St. Louis verkündet. Damit entsteht der weltgrößte Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut mit einem Marktanteil von rund 28 Prozent. Angesichts dieser Dominanz gilt es Experten noch als ungewiss, ob die Behörden in den USA und der Europäischen Union das Geschäft absegnen.

In den USA liegt die Entscheidung beim Justizministerium und der Federal Trade Commission (FTC). Trump kann also zwar nicht allein über eine Genehmigung bestimmen, mit der Nominierung seiner Wunschkandidaten für die Chefposten beider Behörden aber die Stoßrichtung vorgeben.

Der Republikaner Trump gilt als grundsätzlich wirtschaftsfreundlich, aber auch als unberechenbar. Zur Priorität hat er den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA gemacht. Am Tag des Treffens mit den Monsanto- und Bayer-Chefs sorgte er zudem für Aufsehen mit Kritik an Pharma-Konzerne, die nach seiner Ansicht überhöhte Preise für ihre Medikamente verlangen. Durch diese Praxis kämen Arzneimittelhersteller „ungeschoren mit Mord davon“, so Trump.

Die Übernahmepläne des deutschen Aspirin-Konzerns dürften die amerikanischen Wettbewerbshüter auch deshalb genau unter die Lupe nehmen, da in der Agrarchemiebranche gleich mehrere Milliardenzusammenschlüssen anstehen. So wollen Dow Chemical und DuPont ihre Agrarsparten zu einem neuen Unternehmen verschmelzen. Doch genau diese Allianz der Rivalen führt Bayer als Argument für eine Genehmigung ins Feld: Nur gemeinsam mit Monsanto könne man der Konkurrenz auch weiter Paroli bieten. Außerdem argumentieren die Rheinländer, die Kombination des Saatgut- und Pflanzenschutzmittelangeboten fördere Innovation.

Kritiker halten dem entgegen, dass gerade die Marktdominanz Forschungs- und Entwicklung behindere. Vor allem in den USA könnte Bayer nach Einschätzung von Experten außerdem mit kartellrechtlichen Bedenken konfrontiert werden wegen Überlappungen im Saatgutgeschäft - insbesondere bei Baumwolle, Sojabohnen und Raps. Als unüberwindbar gelten diese Hürden aber nicht, weil Bayer schlimmstenfalls zum Verkauf dieses Geschäftsbereiche aufgefordert werden könnte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Trump wird all das unterstützen, was Arbeitsplätze in den USA hält bzw. neu schafft. Somit dürfte Trump und die US Behörden den Zusammenschluss mit "Arbeitsplatzschaffungsauflagen in den USA" zustimmen. Wie weit diese Zustimmung dann mit den Arbeitsplatzabbau in Deutschland zusammenhängen wird...wird man in der Zukunft beobachten können. Die Verlagerung der Arbeitsplätze aus EU-Deutschland heraus in die USA wird unter der Trump Regierung zunehmen. Die Grün-Sozialistische EU-Deutschland Politik unter Merkel macht es aber auch den EU-Deutschen Weltkonzernen leicht ihre Zelte in EU-Deutschland abzubauen und mit den neuen Wirtschaftsschwung von Trump in und mit den USA durchzustarten.  ! Beitrag von der Redaktion editiert! Bleiben Sie sachlich!

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