Monsanto-Deal Bayer will Gemüsesaatgut-Geschäft verkaufen

Bayer macht der EU-Komission für die Monsanto-Übernahme neue Zugeständnisse. Laut einem Bericht wird das Geschäft mit Gemüsesaat verkauft.
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Für das Okay der EU-Komission will Bayer sein Gemüsesaatgutgeschäft abgeben. Quelle: dpa
Proteste gegen die Monsanto-Übernahme

Für das Okay der EU-Komission will Bayer sein Gemüsesaatgutgeschäft abgeben.

(Foto: dpa)

Brüssel/FrankfurtBayer will die EU-Kommission mit weiteren Zugeständnissen von der Monsanto-Übernahme überzeugen und bietet Insidern zufolge nun auch den Verkauf seines weltweiten Gemüsesaatgutgeschäfts an. Das komplette Geschäft der Marke Nunhems mit mehr als 2000 Mitarbeitern solle in einem Paket an ein Unternehmen verkauft werden, das in dem Markt noch nicht vertreten sei, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Sache vertrauten Personen am Donnerstag.

Daneben biete Bayer dem Wettbewerber BASF eine exklusive Lizenz für seine Plattform mit digitalen Daten für die Landwirtschaft an. Bayer, BASF und die EU-Kommission wollten sich dazu nicht äußern. Die Wettbewerbshüter hatten Anfang der Woche die Überprüfung der 63,5 Milliarden Dollar schweren Übernahme bis Anfang April verlängert.

Bayer hatte der EU-Kommission nach eigenen Angaben „umfangreiche“ Zusagen unterbreitet und sich zuversichtlich gezeigt, damit die Bedenken der Europäischen Kommission vollständig ausräumen zu können. Um welche Zugeständnisse es sich dabei handelt, hatten die Leverkusener nicht bekanntgegeben.

Um die Zustimmung der Wettbewerbshüter für den Zukauf zu erhalten, hatte Bayer bereits im Oktober angekündigt, für fast sechs Milliarden Euro einen Teil seines Geschäfts mit der Landwirtschaft an BASF zu verkaufen. Dazu gehören Teile des Geschäfts mit Soja-, Baumwoll- und Raps-Saatgut sowie mit Breitband-Unkraut-Vernichtungsmitteln. An dem Gemüsesaatgutgeschäft soll einem Insider zufolge der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta sehr interessiert sein, es gebe aber auch andere Interessenten.

Die EU-Kommission hatte ernsthafte Bedenken an der Übernahme angemeldet, da der Zusammenschluss den Wettbewerb unter anderem bei Pestiziden und Saatgut beeinträchtigen könnte. Die Behörde hatte zudem Bedenken hinsichtlich der Marktmacht der beiden Unternehmen im Geschäft mit der Digitalisierung der Landwirtschaft geäußert, mit der beispielsweise der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln etwa mit Hilfe von Software und Drohnen punktgenau gesteuert werden soll.

Umweltschützer hatten die Kartellwächter dazu aufgefordert, den Deal zu untersagen. Sie fürchten eine Erhöhung der Abhängigkeit der Landwirte von wenigen Großkonzernen, einen vermehrten Einsatz von Chemikalien sowie eine Verringerung der Artenvielfalt. In der Branche haben sich bereits die Wettbewerber Syngenta und Chemchina sowie Dow Chemical und DuPont zusammengeschlossen.

  • rtr
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