Industrie

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Monsanto : Der Konzern, der die Welt vergiftet – oder rettet

Kein anderer Konzern spaltet die Meinungen so wie Monsanto: Die einen verteufeln den US-Konzern für seine Gentechnik, die anderen sehen die große Rettung in der Nahrungsmittelkrise. Was stimmt denn nun?

Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen den Agrar-Konzern Monsanto. Quelle: ap
Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen den Agrar-Konzern Monsanto. Quelle: ap

Düsseldorf/WashingtonEin normales Unternehmen wird Monsanto nie sein. Kein zweiter Konzern hat weltweit so viele Gegner. Wenn der US-Konzern heute seine Zahlen vorlegt, werden die Gegner der Gentechnik angesichts der Milliardengewinne wieder Gift und Galle spucken.

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Es gibt gute Gründe, warum der Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln, Saatgut und Chemieprodukten die Gemüter so sehr erregt: Es gibt berechtigte Zweifel an der Gesundheit seiner Produkte. Zudem betreibt Monsanto eine Lobbyarbeit, die ihresgleichen sucht. Sie soll die Politik gefügig machen – und das klappt richtig gut. Übrigens auch in Deutschland, wo man sich vordergründig gegen Gentechnik wehrt.

170 Millionen Kinder leiden unter Wachstumsverzögerungen, weil sie nicht genug zu essen haben. Es gibt zig solche Statistiken, die immer dieselbe bittere Wahrheit transportieren: Die Menschheit ist dabei, den Kampf gegen den Hunger zu verlieren. Die Prognosen sind düster: Immer mehr müssen mit knapper werdende Ackerflächen zurechtkommen.

Missbrauch von Agrar-Subventionen

  • Endlich offengelegt

    Lange mussten vor allem Journalisten warten, aber dann durften sie endlich erfahren, wer von den Agrar-Subventionen der EU profitiert. Einige besonders skurrile Beispiele aus den vergangenen Jahren…

  • Subventionen für Nutella

    Zu den Empfängern gehört zum Beispiel der Nutella-Hersteller Ferrero – mal abgesehen von der Tatsache, dass Nutella zu 55 Prozent aus Zucker besteht und so mancher Fachmann eher eine Zusatzbesteuerung für solche ungesunde Produkte fordert.

  • Schalke-Chef

    Tierschützer schütteln mit dem Kopf bei dem Gedanken, dass auch Clemens Tönnies Gelder aus dem Subventionstopf erhält. Europas größter Schweinefleischvermarkter – im Nebenjob Chef des Fußballclubs Schalke 04 – gilt nicht gerade als Vorbild für die artgerecht Behandlung von Schweinen.

  • Adelige

    Geld gibt es zudem auch reichlich für blaues Blut: Königin Elisabeth erhält für ihren Landbesitz mehr als 500.000 Euro, aber die Liste lässt sich mit weiteren Aristokraten aus ganz Europa beliebig fortsetzen.

  • RWE

    Auch RWE wird gefördert. Der Versorger gilt zwar nicht als Vorreiter für erneuerbare Energien, aber immerhin war RWE clever genug, ehemalige Braunkohlegruben flugs als landwirtschaftliche Fläche auszuweisen und dafür 600.000 Euro zu kassieren.

  • Rheinmetall

    Der Rüstungskonzern Rheinmetall bekam 2009 immerhin noch 84.000 Euro, weil er einen ehemaligen Schießstand umfunktionierte.

  • Zigaretten-Hersteller

    Ein weiterer Nutznießer ist der Zigarettenkonzern British American Tobacco. Aber was sind die 1,5 Millionen Euro Unterstützung schon im Vergleich zu den 16 Millionen, die die EU jährlich für ihre Werbekampagnen gegen das Rauchen ausgibt?!

  • Staatlich geförderte Golfspieler und Wassersportler

    Immerhin: Ein Durchschnittsbauer bekommt immer noch mehr als der Golfclub Großensee – wenn auch nur wenige hundert Euro. Dagegen „verdiente“ der Wassersportverein Schweriner Außensee 2010 satte 17.000 Euro.

  • Reiter und Fußballer werden reich

    Wenn Pferdezüchter Geld bekommen- warum dann nicht auch die Reiter? Rund 150 Reitvereine und Gestüte bekommen Geld aus dem großen Topf. Und auch ein Fußballclub kommt da mal auf 40.000 Euro.

  • 60.000 Euro für die Akkordeonspieler

    Der Subventions-Wahnsinn ist bei weitem keine deutsche Eigenart: Ein schwedischer Akkordeonclub bekam knapp 60.000 Euro, ein dänischer Billardverein schaffte gut 30.000 Euro und der Eiskunstlaufverein Ons Genoegen aus Holland gleich mal 162.000 Euro.

Gentechnik-Firmen wie Monsanto stellen sich gern als Retter der Menschheit dar. Konzernchef Hugh Grant verspricht die Verdoppelung der Ernte-Erträge dank der grünen Gentechnik. Kritiker winken ab und nennen Monsanto den Kopf einer Lebensmittel-Vergiftungsmaschinerie.

Auch in der Politik gehen die Meinungen meilenweit auseinander – selbst innerhalb Europas. Während die EU der Gentechnik mehr Raum einräumen will, stellt sich Deutschland und vor allem Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) quer. Auch der Deutsche Bauernverband vertritt eine klare Meinung: "Für die deutschen Bauern ist Gentechnik keine Option", stellt er klar. Die Verbraucher in Deutschland wollten keine gentechnisch veränderten Pflanzen und Lebensmittel. "Das müssen wir akzeptieren", sagt Bauernpräsident Gerd Sonnleitner.

Firmen mit besonderer Rolle

  • Monsanto: Der Herrscher

    Der US-Konzern kontrolliert fast 90 Prozent des Weltmarktes für gentechnisch veränderte Pflanzen. Zudem besitzt Monsanto den größten Teil der Lizenzen für gentechnisch veränderte Lebensmittel. Umweltorganisationen sprechen von einem „unerträglichem Maß an Einfluss“, den der Konzern auf die Politik habe.

  • Bayer/BASF: Steigbügelhalter

    Die Chemieriesen aus dem Dax haben mit Monsanto so manchen Deal laufen, der auf Gegenseitigkeit beruht: An den Kooperationen verdienen BASF und Bayer ordentlich. Und im Gegenzug helfen die einflussreichen deutschen Firmen Monsanto zu mehr Akzeptanz in den europäischen Ländern. Sie sollen das Feld für die neue Technologie bereiten.

  • BioMath: Hilfe für Genehmigungen

    Das Dienstleistungsunternehmen verfügt über einen ansehnlichen Kundenstamm, zu dem die Größen der Branche gehören. BioMath erstellt für die Konzerne Freisetzungsanträge und hilft, an Genehmigungen für gentechnisch veränderte Produkte zu kommen.

  • Myriad Genetics: Patente auf Menschengene

    Der US-Konzern handelt mit einem sehr speziellen Produkt: Patente auf Gene von Menschen. Einige Volksstämme in abgelegenen Gebieten sind gegen Krankheiten resistent. Myriad hat sich die Gencodes gesichert und forscht auf eigene Faust mit ihnen. Andere Forscher werden so daran gehindert, genauere und preiswertere Verfahren zu entwickeln.

  • Die Genossenschaften: Preisdrücker

    Die großen Genossenschaften wie die Raiffeisen AG sind mit ihren Milliardenumsätzen zu Riesen der Branche mutiert. Finanziert haben das rasante Wachstum ihre Kunden, die Bauern. Und zwar auch durch niedrige Erzeugerpreise, die ihnen von den Genossenschaften abgepresst wurden.

  • Die BVL Verlagsgesellschaft: Kontrolle der Medien

    Wer die Medien kontrolliert, kontrolliert auch die Meinungen. Die BVL Verlagsgesellschaft gehört zu 75 Prozent dem bayerischen Bauernverband und die BVL ist wiederrum Mehrheitseigentümer des Landwirtschaftsverlages. Neben vielen vermeintlich objektiv berichteten Fachpublikationen gehört dem Verlag auch die „Landlust“ mit ihrer Millionenauflage. Kein Wunder, dass kritische Berichte kaum gesehen sind und stattdessen idyllische Landwirtschaft.

  • Lohmann Tierzucht GmbH: Arme Hühner

    Das Unternehmen gehört zur Firmengruppe von Erich Wesjohann, dem größten Geflügelzüchter der Welt. Sein Wahlspruch: „Für jede Haltungsform das geeignete Huhn.“ Lohmann genießt beim Umgang mit den Hühnern einen besonders negativen Ruf: kupierte Schnäbel, Federpicken und Kannibalismus. Auch bei der Wesjohann-Tochter Wiesenhof soll es ähnlich zugehen.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn deutsche Firmen sind Großabnehmer von Monsantos gentechnisch veränderten Produkten. In Mastfabriken fressen Hühner, Enten, Gänse, Puten, Rinder und Schweine regelmäßig Gen-Soja.

Folgende zwei Zitate belegen, dass es bei Monsanto praktisch nur Schwarz oder Weiß gibt – kein Konzern spaltet die Gemüter stärker: “Niemand ist bisher durch gentechnisch manipulierte Lebensmittel gestorben. Sie retten Millionen Menschen. Wer sich dagegen sträubt, verhält sich selbstsüchtig“, sagt Bestsellerautor und Vordenker Peter H. Diamandis.

Dagegen sagt die Umweltorganisation „Friends oft the Earth“: „In vielen Ländern der Welt hat Monsanto ein unerträgliches Maß an Einfluss auf die nationale und internationale Nahrungs- und Landwirtschaftspolitik gewonnen.“

  • 17.09.2012, 13:54 UhrSvala

    tatsächlich geht es Monasanto darum, über alles verfügen zu können und soviel Saatgut-Patente an sich zu reißen wie möglich-so werden Bauern in die wirtschaftliche Abhängigkeit gebracht: das Saatgut müssen die Bauern jedes Jahr für viel Geld kaufen, früher legte man einen Teil der Ernte zum aussäen zurück, vielleicht auch etwas mehr um schlechte Ernten zu überstehen. Außerdem müssen die Bauern viel Gift spritzen(was ebenfalls kostet) wodurch sie in den ersten Jahren augenscheinlich mehr Ertrag haben,danach sind die Böden unbrauchbar. Die Pestizide vergiften Mensch, Tier und Grundwasser.Tatsächlich hat Monsanto viele Bauern in den Ruin getrieben. Der Hunger wird so bestimmt nicht bekämpft! Ein Beitrag von vielen: http://www.youtube.com/watch?v=gDrvFiRwWP8

  • 28.06.2012, 15:07 Uhrjogoveg

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • 28.06.2012, 05:41 Uhrcaesarenwahn

    http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/roundup-neue-studien-zur-wirkung-auf-embryonen-fische-und-ratten

    http://www.youtube.com/watch?v=8h6X5RjPkTI

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