Monsanto : Der Konzern, der die Welt vergiftet – oder rettet

Monsanto
Der Konzern, der die Welt vergiftet – oder rettet

Kein anderer Konzern spaltet die Meinungen so wie Monsanto: Die einen verteufeln den US-Konzern für seine Gentechnik, die anderen sehen die große Rettung in der Nahrungsmittelkrise. Was stimmt denn nun?
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Düsseldorf/WashingtonEin normales Unternehmen wird Monsanto nie sein. Kein zweiter Konzern hat weltweit so viele Gegner. Wenn der US-Konzern heute seine Zahlen vorlegt, werden die Gegner der Gentechnik angesichts der Milliardengewinne wieder Gift und Galle spucken.

Es gibt gute Gründe, warum der Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln, Saatgut und Chemieprodukten die Gemüter so sehr erregt: Es gibt berechtigte Zweifel an der Gesundheit seiner Produkte. Zudem betreibt Monsanto eine Lobbyarbeit, die ihresgleichen sucht. Sie soll die Politik gefügig machen – und das klappt richtig gut. Übrigens auch in Deutschland, wo man sich vordergründig gegen Gentechnik wehrt.

170 Millionen Kinder leiden unter Wachstumsverzögerungen, weil sie nicht genug zu essen haben. Es gibt zig solche Statistiken, die immer dieselbe bittere Wahrheit transportieren: Die Menschheit ist dabei, den Kampf gegen den Hunger zu verlieren. Die Prognosen sind düster: Immer mehr müssen mit knapper werdende Ackerflächen zurechtkommen.

Gentechnik-Firmen wie Monsanto stellen sich gern als Retter der Menschheit dar. Konzernchef Hugh Grant verspricht die Verdoppelung der Ernte-Erträge dank der grünen Gentechnik. Kritiker winken ab und nennen Monsanto den Kopf einer Lebensmittel-Vergiftungsmaschinerie.

Auch in der Politik gehen die Meinungen meilenweit auseinander – selbst innerhalb Europas. Während die EU der Gentechnik mehr Raum einräumen will, stellt sich Deutschland und vor allem Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) quer. Auch der Deutsche Bauernverband vertritt eine klare Meinung: "Für die deutschen Bauern ist Gentechnik keine Option", stellt er klar. Die Verbraucher in Deutschland wollten keine gentechnisch veränderten Pflanzen und Lebensmittel. "Das müssen wir akzeptieren", sagt Bauernpräsident Gerd Sonnleitner.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn deutsche Firmen sind Großabnehmer von Monsantos gentechnisch veränderten Produkten. In Mastfabriken fressen Hühner, Enten, Gänse, Puten, Rinder und Schweine regelmäßig Gen-Soja.

Folgende zwei Zitate belegen, dass es bei Monsanto praktisch nur Schwarz oder Weiß gibt – kein Konzern spaltet die Gemüter stärker: “Niemand ist bisher durch gentechnisch manipulierte Lebensmittel gestorben. Sie retten Millionen Menschen. Wer sich dagegen sträubt, verhält sich selbstsüchtig“, sagt Bestsellerautor und Vordenker Peter H. Diamandis.

Dagegen sagt die Umweltorganisation „Friends oft the Earth“: „In vielen Ländern der Welt hat Monsanto ein unerträgliches Maß an Einfluss auf die nationale und internationale Nahrungs- und Landwirtschaftspolitik gewonnen.“

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • http://www.epi-gen.de/themen/oekologie/roundup-neue-studien-zur-wirkung-auf-embryonen-fische-und-ratten

    http://www.youtube.com/watch?v=8h6X5RjPkTI

  • da produziert einer Sprechblasen am laufenden Meter ...

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