Monsanto – was ist der Konzern wert?
Die 66-Milliarden-Dollar-Frage

Endspurt im Kampf um Monsanto: Eine Einigung zwischen Bayer und dem US-Agrarkonzern ist greifbar nahe – angeblich will Bayer nun rund 129 Dollar pro Monsanto-Aktie zahlen. Zudem soll die Ausfallprämie auch erhöht werden.
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Frankfurt/New YorkFür die Aufsichtsräte von Bayer geht es am Mittwoch um eine der wichtigsten Entscheidungen in der Geschichte des Leverkusener Konzerns. Sie beraten über die Übernahme von Monsanto. 65 Milliarden Dollar bietet Bayer bereits, am Ende könnten es noch mehr sein. Eine Einigung ist greifbar nahe. Die beiden Konzerne wollten sich bei einem Preis von rund 129 Dollar je Monsanto-Aktie einigen, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Bayer-Konzerns. Zuletzt hatte das offizielle Angebot von Bayer bei 127,50 Dollar gelegen. Das wären nochmal rund 660 Millionen Dollar mehr, also in etwa 66 Milliarden Dollar Gesamtsumme.

Um den Amerikanern die Zustimmung zu erleichtern, habe Bayer zudem die sogenannte Ausfallprämie erhöht: Für den Fall, dass die Kartellbehörden dem Deal nicht zustimmen, wolle Bayer nun über drei Milliarden Dollar (rund 2,7 Milliarden Euro) an Monsanto zahlen, erfuhr die „Rheinische Post“ (Mittwochausgabe) aus Kreisen des Bayer-Konzerns. Zuletzt hatte Bayer erst 1,5 Milliarden Dollar geboten.

Eine der entscheidenden Fragen für die Bayer-Aufseher ist: Was ist der US-Konzern eigentlich wert?

Aktuelle Zahlen und Analysten-Bewertungen geben darauf keine eindeutige Antwort. Klar erscheint nur so viel: Bayer schickt sich an, einen Konzern zu übernehmen, der in den ersten zwölf Jahren des neuen Jahrhunderts als führender Anbieter von genmodifiziertem Saatgut einen enormen Aufschwung erlebte – in dieser Zeit hat er seinen Umsatz fast verdreifacht und den Nettogewinn mehr als verzehnfacht. Seither hat aber die Dynamik deutlich nachgelassen.

Seit 2013 sind Umsatz, Betriebsgewinn und Ebitda im Grunde nur noch stagniert. Und im Geschäftsjahr 2016, das am 31. August endete, dürften sie deutlich gesunken sein. Für das Gesamtjahr hat die Monsanto-Führung einen Rückgang des ausgewiesenen Gewinns um rund 30 Prozent in Aussicht gestellt, was auf einen Wert von etwa 1,5 Milliarden Dollar hinausläuft. Klammert man Sonderfaktoren wie Restrukturierungskosten aus, zeichnet sich ein Gewinnrückgang um etwa 23 Prozent auf 4,40 Dollar je Aktie oder rund 1,9 Milliarden Dollar ab.

Bayer hat seine Attacke damit geschickt in einer Schwächephase von Monsanto wie auch der gesamten Agrobranche gestartet. Allerdings bedeutet das auch, dass sich die aktuellen Ertragsdaten von Monsanto kaum eigenen, um einen Preis von zuletzt 127,50 Dollar je Aktie zu rechtfertigen, geschweige denn eine noch höhere Bewertung.

Selbst wenn man die sehr ansehnlichen Kurs-Gewinn-Relationen der Konkurrenten Bayer, Dupont und Syngenta zugrunde legt, die derzeit im Schnitt mit etwa 24-fachen des Nettogewinns gehandelt werden, errechnet sich für Monsanto auf Basis der 2016er Ergebnisse nur ein Wert von 36 bis 46 Milliarden Dollar. Das entspräche 80 bis 105 Dollar je Aktie – je nachdem ob man mit offiziellen oder bereinigten Zahlen rechnet. Einschließlich Schulden würde sich ein Unternehmenswert von 45 bis 55 Milliarden Dollar ergeben. Höhere Bewertungen hängen also klar von einer deutlichen Erholung des Geschäfts ab.

Das Meinungsspektrum der Bankanalysten ist in dieser Hinsicht breit gefächert. Ihre Kursziele reichen von 88 Dollar bis 132 Dollar je Aktie, wobei überwiegend bereits eine Übernahme durch Bayer mit gewisser Wahrscheinlichkeit einkalkuliert ist. Im Schnitt liegt die Bewertung der Analysten laut der Nachrichtenagentur Bloomberg aktuell bei 115 Dollar. Vor Bekanntwerden der Übernahmeverhandlungen bewegte sich das Durchschnitts-Kursziel sogar bei nur etwa 100 Dollar je Aktie.

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  • Strategisch und taktisch ist Monsanto für Bayer ein absoluter Gewinn. Und hoffentlich ist der Deal dmnächst auch endlich in trockenen Tüchern.

    Das ist wie das Werben um eine junge schöne Lady. Man(n) muss immer mehr draufzahlen als man ursprünglich geplant hatte.

  • Das wird schlimmer enden, als die Zerstörung der Farbwerke Hoechst.
    Wie kann ein Konzern einen anderen aufkaufen wollen, dessen Geschäftsmodell auf der Kippe steht. Nicht nur, steht der gesamte Gentechbereich unter starker Kritik, sondern Monsanto zeichnet sich auch für Agent Orange und dessen Verwendung in Vietnam verantwortlich.
    VW musste Schadensersatz in Höhe von 15 Milliarden USD für einen manipulierten Chip in einem erstklassigen Motor zahlen! Wieviele Milliarden ist dann eine Schadensersatzklage der Opfer in Vietnam wert. Es werden sich sicherlich einige angesehene Kanzleien in New York finden lassen, die endlich bereit sein werden, dass erlittene Unglück der Vietnamesen in bare Münze vergelten zu lassen. Monsanto ist ein Desaster.
    Die Angriffe gegen Volkswagen, die Deutsche Bank und dieses absurde Übernahmel passen alle in die gleiche Schublade. Ebenso die Ignoranz der deutschen Regierung zu diesem Thema. Wahrscheinlich denken die, dass wäre irgendwie Marktwirtschaft und da müsse man sich raushalten..

  • Der Bürger denkt oft, das die da oben wissen was sie tun. Das glaube ich schon lange nicht mehr. Ob die Regierung unsere Interesse mit sem Bail out veraten und uns auf Generationen für den Schuldendienst für die PIGS Staaten versklaven, oder aber die Asylpolitik Merkels.
    Die Eliten sind entweder dumm, oder handeln zu ihrem eigenen Vorteil.
    Was wird passieren wenn Monsanto Deutsch ist? Ich bin mir sicher das es dann sehr schnell Schadensersatzklagen gegen Monsanto-Bayer geben wird, und diese Summen sind heftig. Monsanto würde dann von der US Regierung zum Abschuss freigegeben werden. Genau wie die Deutsche Bank Schadenersatz bzgl. der Hypothekenkriese zahlen mußte, so wird Bayer in den USA zur Kasse gebeten werden.
    Mit dem dummen Deutschen kann man es machen. Finger weg von Monsanto. Monsanto ist in vielen Ländern die Verkörperung des Bösen. Gibt es ein Unernehmen welches mehr gehasst wird?

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