Morgan Stanley soll Ausgliederung der Sparte einleiten
Linde bereitet Trennung von Kältetechnik vor

Linde-Chef Wolfgang Reitzle lässt beim Umbau des Wiesbadener Mischkonzerns auf Worte Taten folgen. Im Mai hatte er angekündigt, das Traditionsgeschäft Kältetechnik bis zum Jahresende rechtlich zu verselbstständigen. Jetzt hat Linde hat die Investmentbank Morgan Stanley mit der Ausgliederung der kleinsten Konzernsparte beauftragt, sagte ein Unternehmenssprecher.

mjh DÜSSELDORF. Die Bank prüfe derzeit, ob die Vermögenswerte in Bilanz noch aktuell sind. Vermutungen, Reitzle wolle den Verkauf 2004 abschließen, bezeichnete der Sprecher als Spekulation.

Die Großaktionäre Allianz, Deutsche Bank und Commerzbank – sie halten zusammen fast die Hälfte des Kapitals – machen Reitzle Druck. Sie wollen ihre Anteile verkaufen, werden aber nach Ansicht von Analysten kaum einen Interessenten finden, der das Sammelsurium komplett übernimmt. Linde stellt Kühlschränke für den Lebensmittelhandel her, produziert Industriegase, baut Gabelstapler zusammen und betätigt sich außerdem als Großanlagenbauer.

Die Börse straft den Gemischtwarenladen mit einem Umsatz von 8,7 Mrd. Euro dafür mit einem Konglomeratsabschlag. Der Dax-30-Wert Linde entwickelte sich binnen Jahresfrist schlechter als der Gesamtmarkt. Gestern legte der Kurs aber gegen den Trend leicht zu.

Der Ex-Automanager Reitzle, seit Anfang 2003 Linde-Chef, ist angetreten, um den Aktienkurs nach eigenen Worten „in Relation zum Dax sichtbar zu verbessern“. Neben der Kältetechnik, die im ersten Halbjahr 2003 operativ rote Zahlen geschrieben hat, bereitet auch die Sparte Gabelstapler Probleme. Jedoch will Reitzle offenkundig an dem konjunkturanfälligen Geschäft festhalten.

Reitzle hat der Kältetechnik, mit der das Unternehmen 1879 gestartet war, klare Vorgaben gegeben: Falls die Sparte die Renditevorgaben in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht erfülle, werde sie entweder komplett verkauft, mit einem Partner fusioniert, oder es werde eine Kooperation eingegangen.

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