Moskauer Büros
Razzia bei Ölriese BP

Am Morgen rückten 15 schwarz gekleidete Sonderkräfte in die Büros des britischen Ölkonzerns BP ein. Die Razzia legt die gesamte Arbeit in der Moskauer Zentrale lahm - eine offizielle Begründung für die Aktion fehlt.
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MoskauDer britische Ölkonzern BP ist in Russland erneut ins Visier der Strafverfolgungsbehörden geraten. Landeschef Jeremy Huck verurteilte eine Razzia von Sicherheitskräften in der Moskauer Konzernzentrale BP-Zentrale als offenen Versuch, das Geschäft des Ölriesen unter Druck zu setzen. Die Aktion
habe nicht nur die gesamte Arbeit lahmgelegt, die Behörden hätten auch angekündigt, dass die Beschlagnahme von Dokumenten noch bis Ende der Woche dauern könne, sagte er laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax.

Augenzeugen zufolge waren am Morgen etwa 15 schwarz gekleidete Sonderkräfte in die Büros des britischen Ölriesen eingerückt. Aus BP-Kreisen verlautete, die Mitarbeiter seien gebeten worden, von zu Hause zu arbeiten. Lediglich das oberste Management sowie Anwälte hätten sich in dem Gebäude aufhalten dürfen. Eine offizielle Begründung für die Razzia gab es nicht.

Ein Anwalt von Minderheitsaktionären von BP-TNK, das Gemeinschaftsunternehmen von BP in Russland, sagte jedoch, die Durchsuchungen stünden im Zusammenhang mit einer Klage gegen das geplatzte Expansionsvorhaben der Briten in Russland. Ein Abkommen zwischen BP und Rosneft zur gemeinsamen Erschließung neuer Ölvorkommen war Anfang des Jahres gescheitert. TNK-BP macht BP für einen Verlust von 2,7 Milliarden US-Dollar (rund 1,87 Mrd Euro) verantwortlich. “Wir sind der Meinung, dass es keine legitime Basis für die Klage gibt“, sagte ein BP-Sprecher in London. „Wir werden unseren Standpunkt vehement verteidigen.“

Am Dienstag holte sich Rosneft den US-Riesen Exxon Mobil ins Boot und vereinbarte eine Milliarden-Zusammenarbeit.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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