Motorenbauer Deutz setzt noch lange auf Diesel

Der Motorenhersteller Deutz hält langfristig am Diesel-Antrieb fest. Gleichzeitig investiert der Konzern aber auch in Elektro-Motoren.
Update: 14.03.2018 - 14:15 Uhr Kommentieren
Der Motorenbauer steigerte 2017 auch seinen Gewinn. Quelle: dpa
Deutz

Der Motorenbauer steigerte 2017 auch seinen Gewinn.

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DüsseldorfTrotz der Elektrodebatte und Klimaschutzfragen setzt der Motorenhersteller Deutz auch langfristig auf Dieselantriebe. „Auch wenn man mehrere Jahrzehnte in die Zukunft schaut, wird es immer so sein, dass Deutz den größten Umsatz mit Diesel beziehungsweise Verbrennungsmotor macht“, sagte Konzernchef Frank Hiller am Mittwoch in Köln.

Die Firma mit rund 4200 Mitarbeitern stellt keine Antriebe für Pkw her, sondern für Bau- und Landwirtschaftsmaschinen, etwa Gabelstapler, Traktoren, Bagger und Schlepper.

Die Motoren müssen nach Darstellung von Deutz so leistungsstark sein, dass sie auch auf lange Sicht in den meisten Fällen nicht durch Stromer ersetzt werden können. So müsste ein Traktor, der zum Pflügen von Äckern gebraucht wird, einen 15 Tonnen schweren Anhänger hinter sich herschleppen, um die notwendige Elektrobatterie transportieren können, sagte Hiller. „Es gibt heute so große Restriktionen von der Technologie, dass es nicht absehbar ist, dass wir hier über kurz oder lang für diese Applikationen einen vollelektrischen Antrieb einsetzen können.“ Über alternative Kraftstoffe für den Verbrennungsmotor könnten die Emissionen trotzdem gesenkt werden.

Zumindest etwas ist Deutz inzwischen auf Elektrokurs eingeschwenkt. 2017 kaufte der Konzern das Start-up Torqeedo, das E-Motoren für Schiffe herstellt. Mit dieser Kompetenz will Deutz sein Portfolio künftig leicht auf E-Kurs bringen, der Anteil von Hybrid- und Elektroantrieben soll bis 2023 auf fünf bis zehn Prozent klettern.

Die weltweit gute Wirtschaftslage stimmt Deutz zuversichtlich. Nach kräftigen Zuwächsen im vergangenen Jahr peilt Konzernchef Hiller 2018 einen „deutlichen“ Umsatzanstieg und eine moderate Verbesserung der operativen Umsatzrendite (Ebit-Marge) vor Sondereffekten an, wie die Kölner am Mittwoch mitteilten. „Für das Geschäftsjahr 2018 bin ich sehr zuversichtlich, dass dies ebenfalls erfolgreich für Deutz wird und wir unsere Ziele erreichen werden.“

2017 steigerte Deutz den Auftragseingang um 23 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 17,4 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro zu, der operative Gewinn (Ebit) vor Sondereffekten schnellte um 81,2 Prozent auf 42,4 Millionen Euro in die Höhe. Grundstücksverkäufe nach der Aufgabe von Betriebsstandorten ließen das Konzernergebnis auf 121,2 Millionen von 16,0 Millionen Euro anschwellen. Daran sollen die Aktionäre mit einer auf 0,15 (Vorjahr: 0,07) Euro angehobenen Dividende beteiligt werden.

Das Geschäft von Deutz gilt als sehr konjunkturanfällig. Eine wirtschaftliche Flaute macht sich umgehend im Verkauf von Motoren für Lastwagen und Bau- oder Landmaschinen bemerkbar.

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