Motorenbauer
Deutz streicht die Dividende trotz Gewinn

Das Traditionsunternehmen hat 2011 wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Der Absatz von Motoren stieg merklich an und bescherte einen Überschuss von über 75 Millionen Euro. Deutz-Chef Leube ist verhalten optimistisch.
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DüsseldorfDer Motorenbauer Deutz ist im vergangenen Geschäftsjahr mit einem deutlich gestiegenen Absatz in die Gewinnzone zurückgehrt. Der Konzern aus Köln habe 230.598 Motoren verkauft nach 167.680 im Vorjahr, teilte Deutz am Donnerstag mit. Der Umsatz sei um 28,6 Prozent auf 1,529 Milliarden Euro geklettert, während der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 91,2 Millionen mehr als doppelt so hoch wie vor Jahresfrist ausfiel. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt Erlöse von 1,53 Milliarden Euro erwartet und das bereinigte Ebit auf 94,5 Millionen Euro taxiert.

Unter dem Strich erzielte Deutz einen Gewinn von 75,5 Millionen Euro. 2010 hatte der Konzern noch einen Verlust von 15,9 Millionen eingefahren. Eine Dividende sei für 2011 aber erneut nicht geplant, sagte ein Sprecher.

Vorstandschef Helmut Leube sieht den Konzern durch den Verlauf des vierten Quartals gut aufgestellt. Im Vergleich zum dritten Quartal sei der Umsatz im vierten Quartal 2011 um 1,5 Prozent gestiegen, gegenüber dem Vorjahresquartal sogar um zehn Prozent. „Zwar ist jede Prognose für das Jahr 2012 derzeit noch mit Unsicherheiten behaftet, angesichts des sehr erfolgreich abgeschlossenen Geschäftsjahres 2011 blicken wir jedoch zuversichtlich in die Zukunft“, sagte Leube. Umsatz und die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) sollen auf dem Vorjahresniveau liegen.

Die Anleger reagierten enttäuscht auf die Bilanz. Der Aktienkurs fiel um 2,5 Prozent auf 5,37 Euro und war damit im MDax das Schlusslicht. „Die Quartalszahlen lagen in Bezug auf Umsatz und EBIT unter den Erwartungen“, erklärte DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger. „Wir sind weiterhin skeptisch hinsichtlich 2012. Das Geschäft von Deutz war in der Vergangenheit sehr zyklisch und aktuell stehen die Anzeichen auf einer Abkühlung der Industriemärkte.“ Die DZ Bank empfiehlt den Anlegern den Verkauf der Aktien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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