Motorenbauer
Deutz verliert Großaktionär

Der traditionsreiche Motorenhersteller Deutz muss sich nach einem neuen Investor umsehen. Großaktionär Same Deutz-Fahr hat die Anteile am Unternehmen verkauft. Die Aktionäre sind davon wenig begeistert.
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Frankfurt DüsseldorfDer italienische Großaktionär Same Deutz-Fahr ist Insidern zufolge beim Motorenbauer Deutz ausgestiegen. Same habe seinen Anteil von 8,44 Prozent zu einem Preis von 6,88 Euro am Markt platziert und damit gut 70 Millionen Euro kassiert, sagte eine mit der Transaktion vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Preis lag am unteren Ende der Angebotsspanne und sechseinhalb Prozent unter dem Schlusskurs vom Donnerstag. Sowohl Same als auch Deutz äußerten sich dazu zunächst nicht. Die Italiener sind seit vielen Jahren ein Großkunde des Kölner Traditionsunternehmens. An der Börse kam die Nachricht nicht gut an. Die Aktie verlor deutlich an Wert.

Same Deutz-Fahr gehört seit 1995 das angestammte Traktoren-Geschäft von Deutz. Über dies beziehen die Italiener Motoren. Der Anteil am Absatz von Deutz beträgt rund fünf Prozent. 2012 hatte der schwedische Lastwagenbauer Volvo den Italienern einen Großteil ihrer Deutz-Beteiligung abgekauft und ist derzeit mit 25 Prozent größter Aktionär des Motorenbauers.

Volvo erklärte am Freitag, mit seiner jetzigen Beteiligungshöhe zufrieden zu sein und das Same-Paket nicht zu erwerben. Mit einem Minus von zweitweise knapp zehn Prozent auf 6,65 Euro waren die Deutz-Aktien größter Verlierer im SDax. "Bye, bye Übernahmefantasie", kommentierte ein Händler. "Oder warum hat Volvo die Aktien nicht gekauft?"

Deutz hatte im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert. Im Gesamtjahr erwartet Vorstanschef Helmut Leube einen Umsatz von mindestens 1,4 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden 2012. Eine Dividende hatte Leube den Aktionären auf der Hauptversammlung im Mai allerdings erst in spätestens zwei Jahren in Aussicht gestellt. Zuletzt hatte der Konzern für das Jahr 2007 eine Gewinnbeteiligung ausgeschüttet. Das Geschäft von Deutz gilt als sehr konjunkturanfällig. Eine wirtschaftliche Flaute macht sich umgehend im Verkauf von Motoren für Lastwagen, Baumaschinen oder Landmaschinen bemerkbar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Motorenbauer: Deutz verliert Großaktionär"

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  • Deutz sieht nun irgendwie aus wie ein abgehalftertes Freudenmädchen...wer sich da schon alles die Türklinke in die Hand gegeben hat...und richtig rund liefs dort selten...eher immer am Abgrund...seit Jahrzehnten.

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