Motorenbauer peilt Wachstum in Asien an
Deutz zahlt erste Dividende seit über 20 Jahren

Der Kölner Motorenbauer Deutz sieht sich durch die starke Nachfrage in Osteuropa und Asien weiter auf Wachstumskurs. Die beiden Regionen seien die stärksten Antreiber. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren.

HB KÖLN. In Westeuropa und in den USA seien keine großen Sprünge zu erwarten, sagte der neue Vorstandschef Helmut Leube am Donnerstag in Köln. Die Zahl der verkauften Motoren will das Traditionsunternehmen in diesem Jahr dennoch über die Marke von 300 000 schrauben. Auch Umsatz und Gewinn sollen steigen. Nach mehr als 20 Jahren der Enthaltsamkeit will Deutz wieder eine Dividende zahlen.

"Wir streben eine kontinuierliche Dividendenpolitik an", sagte Finanzchef Helmut Meyer. Für das laufende Geschäftsjahr wolle Deutz mindestens eine Gewinnbeteiligung von 20 Cent je Aktie ausschütten. Für 2007 sollen die Anteilseigner 40 Cent je Aktie erhalten. Die Hälfte davon ist eine Sonderdividende aus dem Verkauf der Sparte Deutz Power Systems. Deutz hatte vor einem Jahr eine Ausschüttung von 15 Cent je Aktie in Aussicht gestellt. Zuletzt hatten die Aktionäre für das Geschäftsjahr 1985 eine Dividende von 4,50 DM (rund 2,30 Euro) erhalten. Die Aktie legte am Donnerstag zeitweise fast vier Prozent zu.

"Die Weichen für weiteres gesundes Wachstum sind gestellt", sagte Vorstandschef Leube, der Anfang Februar die Nachfolge des langjährigen Deutz-Chef Gordon Riske angetreten hatte. Im Nordosten Chinas baut das Unternehme derzeit mit seinem Partner FAW ein Werk für Bus- und Lastwagenmotoren auf. Die 2007 in Betrieb genommene Anlage soll ausgebaut werden und ab 2009 schwarze Zahlen schreiben.

In den USA, wo Deutz mit dem schwachen Dollar zu kämpfen hat, erwartet Leube keinen Einbruch des Geschäfts, sondern eine "stabile Entwicklung." Im vergangenen Jahr stagnierte der Umsatz in dem zweitwichtigsten Auslandsmarkt des Unternehmens. Deutz will dort in zweiten Halbjahr eine Werkshalle anmieten, in der Austauschmotoren aufgemöbelt werden. Neben diesem Servicegeschäft prüft der Konzern auch den Aufbau einer eigenen Produktion in den USA. Eine Entscheidung solle noch in diesem Jahr getroffen werden. Deutz habe die Produktion von Motoren etwa für Baumaschinen oder Gabelstapler im Blick und könne dabei auch mit einem Partner zusammengehen, sagte Leube.

Deutz hatte bereits im Februar Zahlen für 2007 vorgelegt. Der Umsatz stieg um 29 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um 43 Prozent auf 96 Mill. Euro. 2008 soll der Umsatz um zehn bis 15 Prozent steigen. Zudem soll das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten im zweistelligen Prozentbereich wachsen. 2007 hatte dies 59 Mill. Euro betragen.

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